Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Was Nina Hagen mit Whiskey zu tun hat, der Frieden gut ist, Jesus uns alle liebt und wie das Konzert der Godmother of German Punk im Aarauer KiFF war.

Artikel 2013-05-18 - Nina Hagen - Artikelbild

Pure Exzentrik (Bild: Franco Tancredi)

fs. Am 16. Mai dieses Jahres beehrte die deutsche Godmother of Punk Nina Hagen mit ihrer dreiköpfigen Band das Aarauer KiFF. Das Konzert fing mit 17 Minuten Verspätung an, dafür hatten sich so viele Leute im Kiff versammelt, das wahrscheinlich kaum noch einer mehr Platz gehabt hätte. Das Publikum war bunt gemischt und sämtliche Altersklassen vertreten, als dann die Rockröhre die Bühne betrat mit ihren an die Amerikanische Flagge angelehnten High Heels, ging bereits die erste Applaus Welle durchs Publikum.
Die ersten Songs wurden gespielt nach Brecht und auf die Momentanen Themen in der Zeitung wie Brüste abnehmen angespielt. Darauf folgten Songs gegen den Krieg, für Frieden und Jesus lebt und liebt. Sie verteilte sämtliche Bücher von Brecht um sich und spielte und Sang ganze zwei Stunden; mit den 4 Zugaben. Darunter hat Sie immer wieder was von Brecht erzählt und gesungen.
Ihre Stimme, was wirklich klingt wie ein wunderbarer Eichenholz gereifter 50-Jähriger Single Malt Whiskey mit Raucharoma, welche von den höchsten bis zu den tiefsten Tönen jeden trifft, gab ein Konzert, was fast schon an eine Propaganda Veranstaltung erinnerte.
Songs für Frieden. Songs gegen den Krieg. Den Leuten sagen nicht zu kämpfen. Und ein Paar mal zu viel für meinen Geschmack mitteilen das Jesus uns liebt und annimmt. Dies alles mit Punkigen Songs, mit ruhigen Liedern, Liedern die man in der Schule lernt, oder im Gottesdienst singt, Songs die wie eine Mischung aus Blue Grass und Jazz klingen und das ganze ohne Schlagzeug. Nina Hagen, ist definitiv ein einmaliges Ereignis und hat eine unglaublich Wandlungsfähige Stimme.
Dazu tanzt die Femme Fatale noch etwas Swing, fragt nach einem besser geeigneten Stuhl, damit sie nicht runterfalle und sich das Genick breche und berichtet von ihrem Hilfsprojekt.

«Ich beschäftige mich nicht nur mit dem pflanzen von Pflanzen auf dem Balkon, sondern wir bauen eine Hebammenschule! Frieden! All die Faschos werden verlieren! Call Jesus!»

Das Letzte passt wohl nicht ganz in das allgemeine Punk-Bild, aber warum auch nicht. Das Konzert war souverän, Nina Hagen grandios. Über Jesus reden wir hier nicht und das einzige, was ich somit wirklich zu bemängeln habe, ist die Tatsache, dass leider keines, ihrer alten Stücke gespielt wurde. Wirklich keines! Sehr schade. Dennoch: Nina Hagen sollte man einmal im Leben live erlebt haben, und wer sich nicht mit Jesus anfreunden kann, denkt sich bei dem Wort einfach immer Bier oder andere runde Wörter mit B wie Blumen. (Beispiel: Bier schenkt uns das Wasser des Lebens für umsonst!)

Fotos: Franco Tancredi