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Augen und Ohren auf: am 3. Dezember waren Welle:Erdball in Zürich live auf Sendung, um ihr neues Album «Der kalte Krieg» vorzustellen. Doch damit nicht genug: Im darauffolgenden Wunschkonzert spielten die sympathischen Hannoveraner die beliebtesten Hits aus fast 10 Jahren Bandgeschichte.

Als Vorband mit von der Partie standen pünktlich um 20.30 Uhr Jana und Lübke von der Band Goldkint auf der Bühne und nahmen das Publikum mit in ihre trashige Welt des Elektropops. Die energiegeladene Sängerin brachte schon ein wenig Stimmung in die frühen Abendstunden und die ersten tanzwütigen Zuschauer in Bewegung. Musikalisch wie auch optisch könnten die beiden als deutsche Version des französischen Trash-Duos Vive La Fête durchgehen. Janas Gesangsparts sowie auch Lübkes Synthieparts muteten teilweise etwas experimentell an, worauf jedoch von Jana schulterzuckend hingewiesen wurde: „Das is ja immer, wenn man elektronische Musik macht…da kann auch mal was daneben  gehn“. Das Publikum war also gewarnt, schon etwas aufgewärmt, schien sich jedoch die Energie für den Hauptact aufzusparen.

Mit einem wohlbekannten James-Bond-Intro startete dessen Show nur kurze Zeit später. In null komma nix war die gerade noch überfüllte Bar wie leergefegt und die Fans strömten vor die Bühne. Der erste Teil des Konzertes stand ganz im Zeichen des neuen Albums Der kalte Krieg. Motto getreu und stilsicher, wie man es von der Band gewohnt ist, erschienen die beiden Sängerinnen in bedruckten Kleidern 50er-Jahre; Plastique mit Hammer und Sichel, Frl. Venus mit amerikanischer Flagge. Nach höchstens zwei Songs wurden diese in rasender Geschwindigkeit durch ein nächstes Outfit ersetzt. Die beiden Herren traten wie gewohnt in dunklen Anzügen und der obligaten Sonnenbrille auf. Die kalte Nüchternheit und Emotionslosigkeit, welche jeder und jede Einzelne von ihnen auf der Bühne zu Tage legt, fasziniert immer wieder aufs Neue – doch dieses Mal hielt sie zumindest bei Honey nicht sehr lange an: die ausgelassene Stimmung des Publikums bereitete ihm sichtlich Spass. Spätestens beim dritten Song, Starfighter F-104S, feierten die Leute bis in die hinteren Reihen ihre Helden und waren fortan nicht mehr zu bremsen. Es folgten weitere Kracher wie Feuerwerk, Karl der Käfer und natürlich ihre Interpretation von Ein bisschen Frieden, um nur einige zu nennen, denn gesamthaft wurde beinahe das ganze Album gespielt.

Nun war das aber längst nicht alles: nach einer kurzen Pause enterten die vier, beziehungsweise fünf, Bandmitglieder wieder die Bühne und legten los mit ihrem Wunschkonzert. Jeder Besucher hatte nämlich bei Einlass einen Talon erhalten, auf dem er seine drei Lieblingsstücke ankreuzen durfte. Was nun folgte, war also ein Potpourri aus den allseits beliebtesten Welle:Erdball-Songs: von Hoch die Fahnen, über C64 und Arbeit Adelt bis zu Super 8 bekam man sozusagen die Crème de la Crème ausgiebig zum Nachtisch serviert.
Nach so einem Abend bleibt nicht viel mehr zu sagen als: Danke Welle:Erdball! Bleibt zu hoffen, dass sie unser Programm des Alltagstrotts bald wieder unterbrechen und mit ihrem zeitlosen Hörfunk ein paar Stunden des Schwebens, Fliegens und Fallens schenken.