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Mit den Musikgenres ist es so etwas. Schnell hat man eine lange Reihe Wörter aneinadergesetzt. In dieser Ausgabe der #Montagsmusik ist es nichts anderes. California X ist am Start, aber ohne Retro-Sommer-Gedöns.

Vor zwei Jahren gründete sich eine Band namens California X. Wer jetzt beim Stichwort Kalifornien denkt: «Hach, schon wieder so Retro-Sommer-Zeug wie Allah-Las», der liegt falsch. Einerseits musikalisch, anderseits kommt die Band auch nicht aus Kalifornien sondern aus Amherst, Massachusetts und Massachusetts liegt im Osten der USA. Also genau auf der anderen Seite des nordamerikanischen Kontineten. Und genau so gross wie die örtliche Distanz ist auch die Musikalische.

One catchy bastard of a record #californiax

Ein von Steve Lam (@stevelam) gepostetes Foto am

California X machen Musik, die irgendwo zwischen Garage-Hard-Indie-Punk-Rock mit einer Prise Stoner-Rock und Noise-Einflüssen anzusiedeln ist. Ja, das war eine lange Aneinanderreihung von Musikstilen und soll grosses Wissen seitens des Autors suggerieren.

Irgendwo zwischen Garage-Hard-Indie-Punk-Rock mit einer Prise Stoner-Rock und Noise-Einflüssen.

Weg vom Ego des Autoren, zurück zur Band. California X ist ein Vierer-Combo, bestehend aus Lemmy Gurtowsky an der Gitarre, Dan Jones am «The Bass», Cole Lanier am Schlagzeug und Zach Brower.  Dessen Rolle ist laut Bandcamp-Site Explorer. Was mit Explorer gemeint ist, kann auch der Autor dieser Zeilen nicht beantworten, trotz des grossen Wissen (wobei – wer sowas suggerieren muss, hat’s vielleicht auch nicht?). Auch der Tumblr verrät nicht viel über die Rolle von Zach. Dafür einen Text aus dem Online-Magazin SVANAPAPER: Er ist zweiter Gitarrist.

Also ab zum Montagsmusik-Lied und dem Video, um das geht es schliesslich und nicht um ellenlange Vorworte. Das Lied des Montags heisst Spider X und wurde auf das Bandnamen-tragenden Debüt-Album aus dem Jahre 2013 gepresst. Das Album hat ein unglaublich trashigen Cover, sodass die frisch heruntergeladenen MP3s relativ lange in meiner iTunes-Mediatheke herumschwirrten.

Doch dann entdeckte ich die Musik: Richtig geil, richtig gut. Das ist nicht nur meine Einschätzung, auch «Pitchfork» oder «Consequence of Sound» stimmen dem zu. Das Video vermag auch zu überzeugen. Ein wenig «American-Dream» mit Motorrad (Muscle-Car gibt’s bei Bass Drum of Death), Überblendungen, Spinnen und langhaarige Typen. Irgendwie schräg, irgendwie cool.

California X ist eine so coole Band, dass ich sie seit mehr als einem Jahr intensiv höre. Euch empfehle ich, sich in Ruhe mal das ganze Album zu geben. Es passt irgendwie zum Herbst-Winter, ohne Bing Crosby zu sein. Und das ist doch schon mal ein Hörgrund. Die Band ist übrigens bei Don Giovanni Records unter Vertrag (wie auch Bands wie Nude Beach oder Full of Fancy).

Und Hörgrund zwei: Angeblich ist ein neues Album in Arbeit. Da sollten die der guten Musik verpflichteten sich schon ein wenig vorbereitet haben.