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Am Dienstag, dem 5. März 2013 vermeldeten die Behörden des Kantons Solothurn einen Einfall von mehreren Hundert seltsamen Gestalten in der Hauptstadt des Kantons. Springerstiefel, Felle, Kilts und Met-Hörner – das konnte nur eines heissen: Das Paganfest 2013 stieg dieses Jahr im Kofmehl.

Artikel 2013-02-07 - Paganfest - Artikelbild

Alestorm in Aktion (Franco Tancredi)

sax. Mit einem besonnen Einstand unter zu Hilfenahme der Ungaren von Bornholm startete das Paganfest in einen gemütlichen Abend voller lauter und brachialer Musik. Wer auch immer auf die Idee kam, ein Festival an einem Dienstag durchzuführen… Natürlich können wir kleinen Schweizer uns nicht die Rosinen aus dem Kuchen picken, aber mitten unter der Woche mitten in der Schweiz, fernab der grossen Ballungszentren? Nunja, so war es, und es tat der Stimmung keinen Abbruch. Wenn auch beim Opener Bornholm aus Ungarn, über die man sich besser keine Infos über Google zusammen sucht, da man sonst direkt bei Inseln vor Dänemark landet, erst rund 200 Personen anwesend waren, war die Stimmung schon sehr gut und steigerte sich spürbar.

Allerdings konnten die Bands bis zum ersten Headliner nicht wirklich für deutlich bessere Laune sorgen und wenn auch Ex Deo und Thyrfing solide auftraten und teilweise mit soliden Growls den Sound passend untermalten, so boten sie nichts spezielles, was der sich stetig steigernden Stimmung im Sall allerdings keinen Abbruch tat. Oftmals braucht es nur handwerklich solide Musik und eine Rampensau auf der Bühne, um dem Publikum einzuheizen. Doch dies war alles nur seichtes Vorgeplänkel, denn die eigentliche Chause ging erst mit den Russen von Arkona los. Die Frontfrau Masha ist eine Urgewalt und lässt sich weder von ihren zahlreichen Bandkollegen noch vom Publikum einschüchtern oder gar in ihre Schranken weisen. Im Gegenteil vermag die Blondine neben ihrer klaren Stimmen auch derbste Growls ins Publikum zu brüllen und allen anwesenden anzuzeigen, wer hier im Saal die Hosen anhat. Neben ihrer brachialen Stimme, ihrem Trommeleinsatz und ihrer allgemein sehr energetischen Bühnenpräsenz, war es auch der Umstand, dass Arkona die Text komplett in Russisch hält, was zur Magie der Musik beigetragen hat. Alles wirkt irgendwie roher, direkter, als wenn die Lyrics auf Englisch oder gar Deutsch übersetzt worden wären.

Mit Alestorm trat am Ende ein ganz anderes Kaliber auf. Nicht zwangsläufig wegen der Qualität des Sounds oder der Lieder, aber auf der Bühne macht den Schotten so schnell niemand was vor. Was hier im Kofmehl geboten wurde, war Pirate Metal vom Feinsten und das Spasszertifikat gab’s obenzu.

Alles in allem ein mehr als gelungener Abend, der bei fast allen Beteiligten die Frage aufwirf, wieso man ein solches Spektakel unter der Woche veranstalten musste. Das Kofmehl ist eine grandiose Konzertlocation und wir hoffen, dass wir noch viele Konzerte in dieser herrlichen Lokalität begleiten können.
Etwas, was ich immer wieder am Kofmehl schätze, ist die Tatsache, dass ich immer wieder mit den Bands am Merch-Stand zu einem Bierchen zusammenfinden und dabei Einblicke ins Tourleben erhaschen kann, ohne mich vorher um einen Termin mit der Band kümmern zu müssen. Man trifft sich einfach und alles funktioniert einfach. So macht auch die Arbeit Spass. Und die Bands kommen gerne zurück. Was will man mehr?

Fotos: Francesco Tancredi