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Mädchen, Mädchen, noch mehr Mädchen: Von den Technikerinnen bis zum Publikum. K.I.Z. haben zu Ehren des Weltfrauentags ein Konzert nur für Frauen gegeben.

Die Schlange für die Garderobe erstreckt sich über drei Treppen hinweg. Handtäschchen und Jacken wollen abgegeben werden, damit man beim K.I.Z.-Konzert auch ordentlich eskalieren kann. Schliesslich muss man keinen Mann beeindrucken oder seine Tasche gar zur Verfügung stellen für die Handys der anderen oder den Lippenstift, der verschmieren könnte, und man noch schnell nachzieht, bevor man mit der süssen Barbedienung flirtet.

In der Hoffnung, dass ich nachher nicht mehr aufs Klo muss, schaue ich eben nach, wie das Schlangenverhältnis dort aussieht. Zum Glück waren beide Toiletten für die Damen geöffnet, also hielt sich die Wartezeit in Grenzen. Dann noch ein Bier holen, freundliche Bedienung und alle achteten darauf, dass man das Bier ohne auszuschütten von dem Tresen nehmen konnte. Gemütlich. Ab ins Gewühl.

Einmal nur Frauen – K.I.Z. spielten im ausverkauften Saal des Zürcher Dynamos. Bild: Evelyn Kutschera

Mir kommt der Gedanke hoch, dass die einzigen Frauenkonzerte, die ich kenne, von penetrantem Frauengekreische dominiert sind. Ich bete, dass sich das heute ändert und meine Gebete werden von den Göttern des deutschen Proleten-Raps erhört.

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Zuerst wird die Menge eingeheizt, mit gut abgemischten Songs, die jeder kennt und mitsingen kann. Von Beyoncés Run the World, über Jugendsünden wie Gazolina oder Wannabe von den Spice Girls, bis hin zum Tetris-Soundtrack. Die Mädels enttäuschten nicht, es wurde alles mitgesungen – nicht gekreischt –, dazu getanzt, gehüpft, sogar leicht gepogt. Die Stimmung brodelt und die Laune ist fantastisch. Irgendwie ist alles locker, ungezwungen, vielleicht ein bisschen zu locker, denn es wird fleissig im Publikum geraucht. Für mich als Nichtraucherin ein absoluter Stimmungskiller.

Groteske Eskalation

Dieses Übel ist jedoch schnell vergessen, als sich K.I.Z. in fulminanten, femininen Kostümen auf der Bühne präsentieren. Aufwändig geschminkt, mit beeindruckenden Brüsten und viel Klischee. Genau jetzt startet die Eskalation. Dabei stehen alle Weiber zusammen, strecken gemeinsam (nach Aufforderung von K.I.Z.) dem Exfreund den Mittelfinger entgegen, grölen die Texte mit.. Wie textsicher die Mädels sind ist erstaunlich! K.I.Z. ist vollkommen überwältigt, loben das Publikum immer wieder, erzählen von der alljährlichen Vorsorgeuntersuchung und verraten uns, dass sie dieses reine Frauenkonzert nicht wegen uns Frauen machen, sondern um endlich mal sich selbst zu sein. Das bringen sie auf der Bühne zumindest fantastisch rüber. Sehr divenhaft. Dazu die prolligen Texte, die man sich von K.I.Z. gewohnt ist. Grotesker geht es nicht. Aber durchaus gelungen wie der ganze Abend.

Zum Ende gab es sogar nochmal eine Hommage an Beyoncés Run the World, eine Zugabe von fünf oder sechs Songs und sogar eine kleine Wall of Death, mit anschliessendem Mini-Mosh-Pit und drum herumhüpfenden Frauen. Eigentlich war der Abend im Grunde auch nicht viel anders als ein ganz gewöhnlicher Konzertabend, nur mit mehr Brüsten, weniger Gegrabsche (Nein ,damit sind nicht alle Männer angesprochen, aber einige!) und insgesamt deutlich ungehemmter. Ein richtiger Mädelsabend eben!

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