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Am Sonntag fanden die 40. Winterthurer Musikfestwochen mit den Villagers, Fink und Ben Howard ein krönendes Ende. Die Steinberggasse war proppenvoll und die Veranstalter machten einen klugen Entscheid, indem sie den Besuchern jegliche Schirme beim Eingang abnahmen und somit die Sicht auf die Bühne freihielten.

Auch 2015 verwandelt sich die Steinberggasse wieder zum musikalischen Zentrum (Foto: Marc Zander)

Musikfestowchen 2014 (Foto: Marc Zander)

Fink, bewaffnet mit schwerer Haslkette und einem grossen Arsenal an Gitarren, gab seine Besten zum Besten. Mit Perfect Darnkness, Sort of Revolution und Berlin Sunrise sind nur einige wenige davon zu nennen. Der ehemalige Technoproduzent mit der Wahlheimat Berlin hielt den Himmel bis auf einige Tropfen Regen frei und gab mit hellseherischen Fähigkeiten die Bühne nach seinem einstündigen Konzert für Ben Howard frei: «He will make you and the sky cry. It’s gonna be awesome!»

Stumm betrat Ben Howard die Bühne und eröffnete mit Small things, dem ersten Lied seines Albums Forget where we were, das Konzert. Tränen liefen über sein Gesicht und ihm ergab sich das Publikum in den ersten Reihen, dichtgedrängt mit Frauen jeglichen Alters. Wer auf Lieder seines ersten Albums Every Kindom hoffte, wo er eine Hymne auf das Leben singt, wartete nicht vergebens. Doch auch Keep your Head up war von einer solch überschwänglichen Melancholie begleitet, dass das Gefühl entstand, er versuche sich dies selbst als Mantra vorzuhalten. Als ob er die Frage beantworten wollte, was sich wohl so viele Besucher fragten, sang er zwischen den Liedern: «Many friends told me you look sad, but they didn’t asked me why» und fügte an «but there is no reason».

Mit dem Lied End of the Affair, welches in der fünften Minute eine unerwartete, grandiose Wende nimmt, wo er nochmals mit voller Kraft sein ganzes Leid von der Seele schreit, verliess er erstmals mit der gesamten Band die Bühne. Und er kam wieder mit einem Song, den bisher wohl noch niemand kannte.

Somit gehen auch die 40. Winthurer Musikfestwochen mit gemischten Gefühlen zu Ende wie die einer zweiwöchigen Sommeraffaire. Doch umspielen die Lippen schon ein Lächeln mit Vorfreude auf das nächste Mal. Grossen Dank an die Organisatoren!