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Harte Musik in fremden Kulturen

Die Entlebucher Hardcore-Band Insanity ist eben aus Asien zurückgekehrt. Während zehn Tagen spielte sie in Südkorea und Japan insgesamt sieben Clubkonzerte zusammen mit Bands aus den jeweiligen Städten. Ein Rückblick.

ein Gastbeitrag von Martin Dominik Zemp

28 Stunden reine Flugzeit waren für die Entlebucher Hardcore-Band Insanity nötig um die Hin- und Rückreise ihrer letzten Konzerttour zu bewältigen. Nach dem «Brutal Summer Fest 2014» in Kuba stand vom 14. bis 24. April mit Südkorea und Japan die zweite aussereuropäische Bandreise auf dem Programm. Zur eigenen Crew gehörten auch zwei Freunde der Band, die für Fotos und Videos sowie beim Merchandise mithalfen.

Viele Metalbands pro Abend

Für den Abstecher in den Fernen Osten standen Insanity über Monate hinweg mit zwei Bands in Kontakt: No Shelter aus Seoul stellten zwei Konzerte in ihrer Metropole in Südkorea auf die Beine und die Jungs von Iris aus Tokio konnten fünf Konzerte in verschiedenen Städten Japans organisieren.

Japanische Kampfsporteinlagen vor der Bühne im Club «Hatsudai Wall» in Tokio. Bild: Martin Dominik Zemp

Tokio, Kashiwa, Nagoya und Osaka waren Teil der Asientour. In den technisch meist sehr gut ausgerüsteten Klubs spielten pro Abend fünf bis acht Metalbands in Folge – immer dabei Insanity und die jeweilige organisierende Band. Dazu spielten lokale Metalbands ihre 20- bis 30-minütigen Sets. Die beiden Konzerte in Nagoya und Osaka wurden zudem mit Dawn of the Maya aus Pamplona, Spanien, von einer weiteren europäischen Band unterstützt.

Insanity vermochten sich von Show zu Show zu steigern und hatten grossen Spass auf den verschiedenen Bühnen. Bild: Martin Dominik Zemp

Durch den dichten Zeitplan mit sieben Konzerten in zehn Tagen musste das klassische Sightseeing auf die beiden Millionenstädte Seoul und Tokio beschränkt werden. Die Band und ihre zwei Helfer fanden aber im Anschluss an die früh angesetzten Konzerte Zeit, um wenigstens das jeweilige Stadtviertel bis in die Morgenstunden zu erkunden. So traf sie der Jetlag nach der Rückkehr in die Schweiz kaum, denn die Zeitdifferenz von sieben Stunden war bereits in Japan und Südkorea durch das ausgiebige Feiern vorgängig wieder kompensiert worden.

Aktionsgeladene Show in Nagoya, Japan. Bild: Martin Dominik Zemp

Eintauchen in die Kultur

Jedes Land hat gewisse Eigenheiten, die bereits nach wenigen Tagen sichtbar und auch von Touristen rasch übernommen werden. So stellte man sich auch als Schweizer vor der Metro in Tokio zum Einsteigen in eine saubere Zweierreihe, verbeugte sich im Supermarkt zum Dank für das Retourgeld oder lernte rasch den Luxus der vielen Wasch- und Zusatzfunktionen der Toiletten schätzen. Und der Begriff «Dichtestress» erhält in der überfüllten Tokioter Metro eine ganz andere Bedeutung.

Mitten in der Einkaufsmeile des bekannten Tokioter Stadtteils Shibuya, in dem die Band auch ihr Hostel für einige Nächte hatte. Bild: Martin Dominik Zemp

Die Entlebucher auf Entdeckungsreise in einem Ausgehviertel in Seoul, Südkorea. Bild: Martin Dominik Zemp

Das Essen mit Stäbchen wurde bei jeder Gelegenheit geübt. Bild: Martin Dominik Zemp

Selfies auf dem 270 Meter hohen Roppongi Hills Mori Tower – im Bild Yannick Balmer (links) und Pery Zemp. Bild: Martin Dominik Zemp

Zu Fuss, per U-Bahn und mit dem Zug auf dem Weg zum Konzert in Kashiwa, Japan. Bild: Martin Dominik Zemp

Ein besonderes Erlebnis waren sicherlich auch die hunderte Kilometer im Mietauto auf der linken Strassenseite oder die Übernachtungsmöglichkeit in einer Manga-Comic-Bibliothek. Beides war Teil des Abstechers von Tokio für zwei Auftritte nach Nagoya und Osaka. Die längeren Teilstrecken nahm die Band nämlich mitten in der Nacht unter die Räder und teilte sich dabei die breiten Autobahnen mit unzähligen Lastwagen.

Bis zum Schluss wussten die Luzerner nicht abschliessend, wie hoch das Tempolimit auf den japanischen Autobahnen eigentlich gewesen wäre. Die japanischen Freunde von Iris waren gleichzeitig im Kleinbus mit den Instrumenten und dem gesamten Gepäck unterwegs. Genügend Sitzplätze hatten sie in ihrem Fahrzeug daher nicht und wechselten sich für die Fahrten im Kofferraum ab.

 

 

Drittes Album steht in den Startlöchern

Nach der abwechslungsreichen Asientour wird die Veröffentlichung des neuen Albums Toss A Coin Ende Mai ein nächster wichtiger Meilenstein für Insanity darstellen. Einige Songs daraus waren auch Teil der Konzerte in Südkorea und Japan und sorgten für Stimmung. Singalongs, Gangshouts und grooviger Hardcore New Yorker Prägung sind das Markenzeichen der Schweizer von Insanity. Herausgegeben wird ihr drittes Album über das Label Bastardized Recordings, bei dem die Band seit Februar dieses Jahres unter Vertrag ist.

Die fünf Jungs von Insanity und ihren zwei Helfern beim Sightseeing in Seoul, Südkorea. Durch den dichten Zeitplan mit sieben Konzerten in zehn Tagen blieb für solche Ausflüge wenig Zeit. Bild: Martin Dominik Zemp

Der meist kleine und chaotische Backstage-Bereich wurde mit den japanischen Freunden geteilt. Bild: Martin Dominik Zemp

Die Band und ihre zwei Helfer auf dem 270 Meter hohen Roppongi Hills Mori Tower. Von links: Martin Dominik Zemp (Fotos), Michael Portmann (E-Gitarre), Tobias Küng (Gesang), Raphael Renggli (Schlagzeug), Kilian Stadelmann (Merchandise), Yannick Balmer (E-Gitarre), Pery Zemp (E-Bass). Bild: Martin Dominik Zemp

Ein spontanes Bandfoto in den frühen Morgenstunden auf den leeren Strassen von Seoul. Die Nächte wurden von Insanity ausgiebig genutzt, um die jeweiligen Stadtviertel der Klubs zu erkunden. Bild: Martin Dominik Zemp