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Halestorm können auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken – seit bald zwei Jahrzehnten touren sie unermüdlich durch die Welt – und das haben sie in ihrem neuen Album «Into The Wild Life» verarbeitet.

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Irgendwo zwischen den ganzen Touren haben Halestorm Zeit gefunden, ihr drittes Studioalbum aufzunehmen. Herausgekommen ist ein ausgewogenes Konzeptalbum, das alles beinhaltet, was man von ihnen erwartet und überdies ein Geschichte erzählt: Die Geschichte von Halestorm selber.

Im Alter von 13 und 10 Jahren hatten die beiden Geschwister Lzzy und Arejay Hale die fixe Idee, eine Rockband zu gründen, traten überall auf, wo man sie nicht gleich wieder davon jagte. Halestorm war geboren. Dass es die Band heute noch gibt, liegt auch an ihren Eltern, die sie dabei unterstützen und ihnen halfen, diesen Traum zu jagen und sie nicht drängten, zuerst einen «vernünftigen» Job zu erlernen.
Und genau über diese Unterstützung singt Lzzy in der wunderschönen Pianoballade Dear Daughter. Wie ihre Mutter sie beiseite genommen, ihr Mut gemacht und ihr immer wieder gesagt hat, dass sie stets sich selbst Treu bleiben und sich für niemanden verbiegen soll. Der Song wird auf zukünftigen Touren für dieselben Gänsehautmomente sorgen wie bis anhin Break In.

Doch Into The Wild Life besteht nicht nur aus ruhigen Songs. Schon der erste Titel, Scream, gibt den Takt für das Album an. «All you doubters and haters…», singt Lzzy, «schreit doch so laut ihr könnt. Wir machen sowieso, was wir wollen.» Und genau diese Take-No-Prisoner-Attitude steckt in der ganzen Scheibe. Noch weiter geht I Am The Fire. Stilistisch ein klassischer Halestorm-Song, strahlt er ein Selbstbewusstsein aus, das die Band in den letzten Jahren auf Tour gewonnen hat.
Amen und Mayhem sind zwei kräftige Rocknummern, die sanft beginnen und im Chorus regelrecht explodieren. Noch heftiger kommt Apocalyptic daher – der Song funktioniert sowohl auf CD als auch live wunderbar. Sitzen bleiben ist einfach nicht, das Stück verleitet zum Mitgröhlen und ausflippen.

Wunderbar ist auch die Verteilung der Songs auf dem Album. Schnelle, rockige Tracks wechseln sich mit gefühlvollen Balladen ab. Nirgends ist das auffälliger als bei den letzten drei Liedern der Standardedition von Into The Wild Life – die Deluxe-Edition besitzt noch zwei Bonustracks. Zwischen dem vorher erwähnten Apocalyptic und I Like It Heavy – ein musikalisch erwachsene Version des noch Teenager-anmutenden Rock Show vom Album The Strange Case Of… – liegt die wunderschöne Ballade What Sober Couldn’t Say, ein Lied, das wir wohl alle selber singen können, über eine gescheiterte Beziehung, in der man nie den Mut gefunden hat, zu sagen, was einem wichtig war.

Mit dem dritten Album eine Autobiographie zu verfassen, dabei mit neuen Musikelementen zu experimentieren und einfach nur die Musik zu machen, die man selber fühlt, das braucht Mut, Selbstbewusstsein und – wenn man es gut hinkriegen will – eine Menge Talent. All dies haben die vier Musiker von Halestorm zur Genüge und herausgekommen ist ein sehr ausbalanciertes, erwachsenes Album, das einen schon sehnlichst auf das nächste warten lässt.
Weitere Anspieltipps sind Bad Girl’s World und The Reckoning, zwei total unterschiedliche und doch charakteristische Songs für Into The Wild Life.

Release
10. April 2015

Label
Warner Music Universal

Tracklist
01 – Scream
02 – I Am The Fire
03 – Sick Individual
04 – Amen
05 – Dear Daughter
06 – New Modern Love
07 – Mayhem
08 – Bad Girl’s World
09 – Gonna Get Mine
10 – The Reckoning
11 – Apocalyptic
12 – What Sober Couln’d Say
13 – I Like It Heavy