Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Ausverkauft! Noch vor wenigen Minuten gab es noch Karten bei Starticket, doch am Ende war das Konzert doch ausverkauft. Dicht gedrängt stehen die Leute Schlange und versuchen irgendwie an die Garderobe oder den Bierstand zu kommen, von drinnen ertönen die ersten Klänge der Vorband Talco. Der Mittwochabend versprach gut zu werden!

Artikel 2013-02-07 - Dropkick Murphys - Artikelbild

Dropkick Murphys 2013 (Foto: Nicola Tröhler)

Talco ist eine italienische Ska-Punk Band aus Venedig, die mit Saxophon und guter Laune dem Publikum richtig einheizte. Schnelle Lieder, die ein wenig an Ska-P erinnerte, dazu italienische Texte, die jedoch so schnell runtergerattert wurden, dass es genauso gut eine andere lateinisch verwurzelte Sprache hätte sein können, zeichneten die Band aus. Sie machten wirklich richtig Stimmung und das Publikum tanzte, feierte, pogte und hüpfte mit. Schade eigentlich, dass in der Musikrichtung sich so wenige für die Textinhalte interessieren, denn Talco hat diesbezüglich ziemlich etwas auf dem Kasten. Es gibt viele politische Statements und gute Beschreibungen aus dem Arbeiterleben in der Unter- und Mittelschicht. Zudem handeln einige der Lieder über den Irak-Krieg und die entsprechenden Auslöser. In der Musik selbst hört man jedoch nichts von diesen schweren Hintergründen heraus. Diese zwei Elemente so gekonnt zu vermischen, schafft nicht jeder. Und das war erst die Vorband…

Nach einer ewig langen Pause, von fast dreissig Minuten kamen Dropkick Murphys auf die Bühne, welche von der Menge jubelnd mit «Let’s go Murphys» empfangen wurde. Nun war zwei Stunden dauerhüpfen angesagt. Am besten mit Bier in der Hand, welches über die ganze restliche Menge schwappte oder einer irischen Flagge, welche Omnipräsent war. Nach einem melodischen irischen Intro, mit einer wunderschönen Frauenstimme, kamen die Murphys auf die Bühne und setzten die Bude in Flammen mit ihrem Hit The boys are back. Mit Klassikern wie Going out in style oder Johnny I harly knew ya rissen sie die gesamte Halle mit. Alles was zwei gesunde Beine hatte hüpfte und feierte mit. Eine unglaubliche Stimmung, welche aus purer Lebensfreude herausglühte. Vollkommen überwältigt, musste ich mich nach der Hälfte mit einem Bier in die oberen Reihen setzen um wieder etwas zu Atem zu kommen. Im Gegensatz zu mir gönnten sich die Murphys keine einzige Pause. Sie gaben den kompletten Abend Vollgas!

Leider fiel mir auf, dass in den oberen Reihen ein paar Menschen nichts besseres zu tun hatten als in einem geschlossenen Raum, eines alten Gebäudes, in denen die Abzüge – falls vorhanden – sicher nicht mehr all zu gut funktionieren grünes Zeug rauchen mussten. An dieser Stelle mal ein bissiger Kommentar einer Nicht-Raucherin, die gerne ein Konzert geniessen möchte: Macht das draussen! Auf einem Openair stört es mich nicht, da riecht man es zwar auch, aber da kann man dem Geruch ausweichen und nach einer Weile hat sich das verflüchtigt, in einer geschlossenen Halle, in der es unglaublich heiss und stickig ist, könnt ihr auch einfach mal Rücksicht nehmen!

Zum Glück liessen die Murphys nicht zu, dass ich mich all zu lange auf meinem Sitzplatz in den oberen Reihe aufhielt, sondern lockten mich mit ihrem Song I’m shipping up to Boston wieder nach unten auf die Tanzfläche und der Stress und der Ärger war schnell wieder vergessen. Ein extrem energiegeladenes Konzert, so dass man sich noch Tage danach mit Ohrwürmern und guter Laune umherschlagen musste, das sind wohl die Nebenbewirkungen, mit denen man nach einem solchen Konzert rechnen muss.