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Der Club Mascotte in Zürich feierte im Februar sein zehnjähriges Bestehen. Vor beinahe neun Jahren an selber Stelle, bestritten die fünf Indie-Rocker von Maxïmo Park ihren ersten Schweizer Auftritt. Grund genug die Briten für eine weitere Sause zum Jubiläum einzuladen.

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Maxïmo Park (Foto: zvg)

Allen Indie-Rockern und Britpoppern, die die 00er-Jahre aktiv miterlebten, ist Maxïmo Park auch heute noch ein Begriff. Obwohl sie vielleicht nie den ganz grossen Durchbruch hierzulande schafften, gehört mindestens ihr Debütalbum A Certain Trigger in jeden gut bestückten Plattenschrank der Genrefreunde. Auch der Konzertabend im überschaubaren Mascotte schien vielversprechend zu werden, so wurden die allerletzten Tickets gut eine Woche zuvor unters Volk gebracht.

Während die Vorband His Clancyness die Bühne betrat, war der Club schon gut gefüllt. Ihr Debütalbum Vicious erschien im vergangenen Jahr und ist gespickt mit einer Art Dream Pop, verfeinert mit einer Portion Glam. Mit ordentlich viel Hall auf dem Mikrofon sang sich Jonathan Clancy durch das Repertoire und erinnerte vom Aussehen her ein wenig an einen tätowierten, Gitarre spielenden Kramer aus der 90er-Jahre Sitcom Seinfeld. Zum Schluss ihres Sets liess er sich zu einem minutenlangen Gitarrensolo hinreissen, das jedem Shoegazer das Herz höher schlagen liess.

Nach kurzer Umbaupause wurde früh schon wieder das Licht gedimmt. Mit einem sphärisch klingendem Intro, welches sich über mehrere Minuten erstreckte, wurde ausgiebig darauf hingewiesen, dass die Band des Abends gleich auf der Bühne loslegen würde. Mit Give, Get, Take vom neuen Album fiel der Startschuss zum Maxïmo Park Konzert. Wie es darin passend heisst «You give a little, you get a little, and you’ll take a little more», legte das Quintett solide vor. Dies sei die letzte Show ihrer aktuellen Europatournee, begrüsste anschliessend Sänger Paul Smith das Publikum und deshalb seien sie bereit sich nochmals so richtig in Zeug zu legen mit jeder einzelnen Faser ihres Körpers. In der Tat. Mit theatralisch gestikulierenden Armen, die jede Zeile die er sang zusätzlich zu unterstreichen schienen, zog Smith, das Publikum direkt in seinen Bann. Auch Keyboarder Lukas Wooller verzückte auf der rechten Seite die Fans auf die wohl enthusiastischste Art und Weise, wie man überhaupt nur in die Tasten greifen kann. Der Rest der Band, übrigens nicht mit regulärem Bassist Archis Tiku an der Bassgitarre, hielt sich dann doch eher zurück. Dafür übertrug Paul Smith mit Hüftschwung und stets einem Lächeln auf den Lippen in Nullkommanichts die pure Lebensfreude auch aufs Publikum. Ganz der geborene Frontmann.

Too Much Information heisst das fünfte Album in ihrem elfjährigem Bandbestehen. Durch die breite Anzahl von Liedern die somit an diesem Abend gespielt werden könnten, konnten Maxïmo Park getrost die etwas schwächeren Songs beiseite lassen und neben dem neuen Material all ihre Smash-Hits abfeuern. Ein wesentlicher Punkt, den ihnen zugute kommt, denn diese Lieder haben in all den Jahren kaum an Dringlichkeit verloren.

Neben allen beliebten Songs, stellten sie natürlich auch etliche weitere Lieder vom aktuellen Album vor. Besonders herausstechend das von Smith als «an electronic explosion out of the speakers» angekündigte Brain Cells, welches unglaublich gut hier aber auch in einem dunklen, verruchten Club funktionieren würde. Zwischen der Musik erzählte Smith auch einige Anekdoten aus dem Maxïmo Park Tourleben, wie sie zum Beispiel als riesengrosse Fussball Fans den Tag in Zürich im FIFA-Hauptquartier verbringen durften, und wie surreal es war Sepp Blatter zu treffen… Wofür er glatt einige Buh-Rufe aus dem Publikum erhielt.

Nach über 20 Liedern während gut 90 Minuten Spielzeit wurde es Zeit Abschied zu nehmen von Maxïmo Park, die mit Going Missing einen passenden Schlusspunkt setzten. Strahlende Gesichter wohin man blickte, selbst auf dem Balkon wurde gehörig mit getanzt und mit gesungen.