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Wirbelwind ZAZ brachte am 14. Mai die Zürcher Maag-Halle gehörig in Stimmung und bewies einmal mehr, dass man das Schweizer Publikum mit Live Musik doch zum Tanzen bringen kann.

Ein Sonnenschein an einem regnerischen Tag: ZAZ (Foto: Sacha Saxer)

Ein Sonnenschein an einem regnerischen Tag: ZAZ (Foto: Sacha Saxer)

Die Maag-Halle war bis ganz nach hinten voll. Voll mit strahlenden, tanzenden Menschen. Und sie tanzten wirklich. Nicht dieses verhaltene Wippen, das sonst so charakteristisch ist für das Schweizer Publikum. Nein; wirkliches, echtes Tanzen! Sind wir hier wirklich in Zürich? Zürcher, die zu Livemusik tanzen?, fragt man sich da. Und dann ist die Musik auch noch definitiv französisch, nicht nur der Text, sondern auch die Instrumente und die «Ambience». Etwas ging hier nicht mit rechten Dingen zu. Wie brachte diese junge Französin das sonst eher zurückhaltende Publikum dazu, so zu feiern und das an einem Dienstagabend, wo die meisten am nächsten Tag wieder arbeiten müssten? Ein Phänomen, das es zu untersuchen galt!

Oder ein Phänomen, das ganz einfach zu erklären war: ZAZ ist ein kleines Feuerwerk, bunt wie ein ganzer Festumzug, immer gut gelaunt und so energiegeladen, wie ein junger Hund. Zwei Stunden lang hüpfte, tanzte, wirbelte sie über die Maag-Bühne. An ihrem Gesang merkte man der guten Frau die Anstrengung nicht im Geringsten an. Als wäre es für sie ein Kinderspiel hielt sie das schnelle Tempo den ganzen Abend lang durch: ZAZ gab alles. Das spürte das Publikum und tat es ihr gleich.

Die lebendigen, französischen Melodien schienen direkt aus dem Herzen unseres Nachbarlands zu kommen. ZAZ und ihre Band hätte man sich ohne Probleme als Strassenmusiker zwischen Eifelturm und Louvre vorstellen können. Nicht nur die Musik und die Erscheinung der Truppe erinnerte sofort daran: ZAZ schien vollkommen am Boden geblieben. Zwischen dem Mädchen, das auf Frankreichs Strassen seine Karriere begonnen hatte, hin zu der Frau, die die Maaghalle bis in die hinterste Ecke füllte, schien kein grosser Unterschied zu bestehen. Jedenfalls nicht was ihr Auftreten betraf. ZAZ’ Leistung war in jeder Hinsicht der Knaller.

Einmal mehr wurde mir bewusst, wie wunderschön die Texte von ZAZ’ Songs eigentlich sind. Auf Französisch kann man alles viel kunstvoller beschreiben und das kommt hier ganz hervorragend zum Ausdruck. Die bildhaften Songtexte machen ganz tief drin fröhlich, denn die meisten davon sind so voller Hoffnung und guter Gefühle, dass man davon sogar gepackt wird, wenn man nicht das Geringste versteht. Und dass nicht alle Zuschauer ganz alles verstanden haben, was ZAZ an dem Abend auf Französisch gesagt hat, dass wurde ganz schnell klar, wenn man ein bisschen links und rechts zugehört hat. Aber eigentlich muss man ja auch nicht immer alles verstehen. Musik sagt sowieso viel mehr als Worte! Besonders dann, wenn es um Französisch geht.