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Das eine geht mit dem anderen einher. Die Groupies von Hardcore Superstar funktionieren genauso gut als Buckcherry‘s Crazy Bitches. Die beiden Bands rockten am Mittwochabend das Plaza. Aber auch alle, die wegen dem musikalischen Part und der Show gekommen waren, kamen auf ihre Kosten. Nur die Vorband liess zu wünschen übrig.

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Buckcherry – Wilde Typen (Foto: zvg)

nm. Die Ansage aus dem Publikum war eindeutig: «Rock’n Roll!» schrie ein Besucher, der bereits zur Vorband namens Venrez startklar gewesen wäre. «Yeah, that’s right!» tönte es darauf vielversprechend von der Bühne runter. Der kalifornischen Band fehlte es aber an allen Ecken und Enden an der Originalität. Beim dritten Song fragte ich mich, ob sie auch noch andere Lieder hatten? Auch ihr 70er-Jahre-Retrolook mit Vokuhila-Streifenhörnchen, Sonnenbrille und Dauerwelle haute das Publikum kaum vom Hocker. Mit einer Fernbedienung hätte ich bald weitergezappt.

Hardcore Groupies bei den Superstars

Der Einstiegssong Moonshine von Hardcore Superstar war um einiges interessanter. Die vier Schweden drehten von der ersten Sekunde an voll auf. Sie rockten die Stage mit fliegenden Haaren und das Publikum flippte aus. Bei den vielen knappbekleideten Groupies, welche in der Menge standen, war es für die Herren zwar ein leichtes Spiel das Publikum in Griff zu bekommen, aber sie haben es sich verdient. So konnten sie mit dessen vollen Einsatz rechnen, wenn es um Hände klatschen, Hände hin und her schweifen, Stinkefingerzeigen bei Fuck the law, mitsingen oder Lärm machen ging.

Energiebündel Jocke, der zu jeder Zeit herumzappelnde Sänger von Hardcore Superstar, liebte den Lärm und wollte immer wieder noch mehr davon hören. Aber auch der Rest der Band war mit voller Präsenz dabei. Der Bassist sowie der Gitarrist grinsten und headbangten um die Wette, wobei der Gitarrist in Sache Coolness mit seinem Move Ich-küss-meinen-Oberarm etwas voraus war. Der Drummer hat wohl am meisten geleistet, denn er musste nach der regulären Setliste sein T-Shirt auswringen. Da flossen einige Tropfen Schweiss runter. Er hatte aber nur eine kurze Verschnaufpause, denn nachdem er nach längerem Suchen den richtigen Abgang von der Bühne gefunden hatte, gaben die Schweden schon noch eine Zugabe. Mit Run to your Mama schlug Jocke noch etwas sanftere Töne an. Ein breites Spektrum.

Zum Schluss liessen sie die Herzen mancher Groupis wohl noch höher schlagen. Sie boten dem Publikum nämlich an, auf die Bühne zu kommen und offerierten dort einen Shots zu Last Call For Alcohol. Jocke flüchte war bald mal auf die naheliegende Bartheke, aber die Groupis schwebten so sehr auf Wolke sieben in ihrem Bühnenrausch, dass sie dies kaum bemerkten.

Buckcherry rockten ihre Crazy Bitches

Auch Frontmann Josh Todd mit seinen Mitstreitern sorgten nach einer kurzen Umbaupause dafür, dass die super Stimmung anhielt. Buckcherry lieferten ihr feuriges Südstaaten Temperament in die kalte Schweiz und brachten das Publikum zum Tanzen, Schwitzen und beim Song Next to you sogar zum Poggen. Josh Todd war sehr gut drauf. Er verlieh den Songs wie gewohnt mit seiner speziellen Stimme den letzten Schliff und holte so alles raus, was die ohnehin schon absolut genialen Gitarrenklängen und die treibenden Beats bereits schon machten. Entweder man mag seine leicht näselnde Stimme oder halt nicht.

Immer wieder griff Todd zum Tamburin und schlug dieses rhythmisch auf seinen eigenen Hintern. Nach der Hälfte des Konzerts durfte das Publikum dann auch endlich, als er sein Hemd auszog, seinen Oberköper bewundern, welcher voll mit bunten Tattoowierungen ist. Ein echt netter Anblick. Das dachten sich die Hardcore Superstar Groupies bestimmt auch und feierten, sich wohl etwas angesprochen gefühlt, ausgelassen bei Crazy Bitches umso wilder mit. Die Setlist enthielt auch bei Buckcherry ruhigere Songs wie Sorry und The Truth bei der sich die Zuschauer verträumt hin und her wogen. Auch Buckcherry überzeugten mit ihrem facettenreichen Auftritt.

Hardcore Superstars und Buckcherry boten einen wirklich energievollen Konzertabend, der noch lange in Erinnerung bleiben wird.