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Die Londoner Band To Kill A King hat sich im letzten Jahr vor allem als Toursupport der Chartstürmer Bastille einen Namen gemacht. Die Fanbase ist gewachsen und so war es auch anzunehmen, dass am vergangenen Samstag der Bogen F gut besucht sein würde.

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To Kill A King (Foto: zvg)

ds. Reichlich Geschnatter strömte einem entgegen, wenn man um 21 Uhr den Bogen F unter dem Zürcher Viadukt betrat. Das Konzertlokal war schon gut gefüllt und je näher man der Bühne entgegentrat, desto dichter wurde die wartende Menge. Als kurze Zeit später die Vorgruppe Spring Offensive die Bühne betrat, wurde es erstaunlich schnell still unter den Besuchern. Man hörte der Band gespannt zu und diese wussten von Beginn weg zu überzeugen. In engen Hosen, übergrossen Pullovern und der charakteristischen, leicht schräg sitzenden Brille des Sängers wirkten die fünf jungen Engländer zwar wie x-beliebige Hipster, doch war ihre Musik ein wahrer Ohrenschmaus. Naheliegenderweise wurde besonders der Song Worry Fill My Heart von den Zuschauern liebgewonnen, zu dem Spring Offensive die Hauptband auf die Bühne baten und so auch der Gitarrist noch zur Geige wechseln konnte. Mit melancholischen Liedern, getragen von mehrstimmigen Harmonien, stimmten sie in kurzweiligen 45 Minuten bereits perfekt darauf ein, was die Zuschauer auch bei To Kill A King noch zu erwarten hatten. Kaum war der Auftritt von Spring Offensive zu Ende, fand man auch schon zahlreiche neue Fans am Merchstand und das erst im März offiziell erscheinende Debütalbum Young Animal Hearts ging weg wie warme Weggli.

Um kurz vor 22.30 Uhr war es dann Zeit für die Band mit dem markanten Logo einer liegenden Königs-Schachfigur. Sänger Ralph Pelleymounter wagte sich alleine, nur mit einer akustischen Gitarre, auf die Bühne und ohne grosses Intro oder ähnlichem wurde es im Publikum sofort wieder mucksmäuschenstill, als er mit Family das Konzert eröffnete. Unglaublich wie still und gleichzeitig in den Bann gezogen ein Publikum dastehen kann, ohne sich ständig den letzten Klatsch noch kurz erzählen zu müssen, herrlich. Auch mit Howling folgte ein weiterer ruhiger Song, bei dem man in Staunen versetzt wurde, wie hoch und zerbrechlich die Stimme des eher kernig aussehenden Sängers doch klingen konnte. Erst inmitten des dritten Liedes Bloody Shirt setzte die komplette Band mit Schlagzeug, Stromgitarren und co. ein und für einen kurzen Moment fand ich es schade, dass die wohlklingende Stimme Pelleymounters fast ein bisschen untergehen zu drohte. Natürlich klang das ganze immer noch super und eine bisschen rockigere Gangart war für die tanzfreudigeren Konzertbesucher sicher auch nicht verkehrt. Und vielleicht waren es gerade die Lieder, die von sanft bis energetisch alles in einem abdeckten, die das gesamte Können dieser Band repräsentierten, wie zum Beispiel das zum Ende des Hauptsets gespielte Fictional State oder die erste Zugabe We Used To Protest/Gamble. Mit Bones als letzte Zugabe wurde das rund 70 Minuten dauernde Konzert, in dem sie fast alle Lieder ihres Debüts Cannibals With Cutlery spielten, abgeschlossen.

Insgesamt war es ein sehr gelungener Abend. Auch der Umstand, dass der Schlagzeuger von To Kill A King sich kurz vor Tourbeginn an der Hand verletzt hatte und dafür der Spring Offensive Trommler einspringen musste, minderte die Qualität der Auftritte nicht. Beide Bands kann man als wahre Indie-Rock Rohdiamanten bezeichnen, von denen man bestimmt auch in Zukunft noch hören wird. Von Spring Offensive sogar bereits im März wieder, wenn sie zur Veröffentlichung ihres Debüts abermals in der Schweiz auftreten werden.