«Meine Damen und Herren, die Vorstellung beginnt in 5 Minuten. Bitte nehmen Sie unverzüglich ihre Plätze ein.» Mit diesen Worten wurde Jean-Michel Jarre am 20. November im Hallenstadion angekündigt. 5100 Leute fanden den Weg dorthin und nahmen, wie empfohlen, auf ihren Sitzen platz, bevor die knapp zweistündige Reise durch die Zukunft losging.

Ein einsamer Lichtstrahl zündete auf einen der seitlichen Eingänge des Saals, während der restliche Saal im Dunkeln lag. Lautes Jubeln und Klatschen folgte, als Jean-Michel Jarre dort erschien und die Treppe hinunterstieg. Während er durch die Menge zur Bühne ging, scheute er nicht davor zurück, immer wieder stehen zu bleiben und die Hände der Fans zu schütteln, die begeistert von ihren Plätzen aufstanden und den Franzosen berühren wollten. Mit einem «Good evening, Zurich!» begann dann auch der musikalische Teil des Abends.

Schon von Anfang an bot sich den Zuschauern eine grossartige Show. Wie erwartet waren zahlreiche Synthesizer auf der Bühne, die so um Jarre und seine drei Musiker aufgebaut waren, dass sie von einem Instrument zum nächsten wechseln konnten. Dabei durften die Laser-Harfe, das Theremin und die Keytar natürlich nicht fehlen, die nur von Jarre gespielt und präsentiert wurden. Die Laser-Harfe kam gleich bei zwei Songs zum Einsatz, nämlich bei Rendez-Vous 2 und Rendez-Vous 3.

Hinter der Bühne war eine riesige Leinwand aufgebaut, die sich über die gesamte Breite der Bühne erstreckte und auf der bei einigen Liedern sowohl Animationen als auch Live-Aufnahmen des Konzerts aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen waren. Eindruck hinterliessen vor allem die Nahaufnahmen von Jarres Gesicht, bei denen gut zu sehen war, wie viel Spass ihm die Darstellung seiner eigenen Musik macht.

Während dem Konzert animierte Jarre die Zuschauer immer wieder zum klatschen und hielt sogar einige kleinen Reden auf Französisch oder Englisch. Dabei erfuhr man, dass er für jedes verkaufte Ticket einen Cent an die UNESCO für das Projekt «Education For All» spendet. «Ein Cent pro Ticket ist nichts. Aber wenn wir das mit der Zahl der Musiker und ihrer Konzerte multiplizieren, haben wir das Geld für die weltweit nötige Bildung.»

Es war ein runder Abend und während Liedern wie Chronology 2, Oxygene 4 oder Teo And Tea konnte Jean-Michel Jarre das Publikum mit seiner einzigartigen Art, Musik zu machen, in den Bann ziehen. Als Dank bekam er dafür mehr als einmal Standing Ovations, nicht zuletzt auch wegen zahlreicher Mithilfe: Die Musikern brillierten, allen voran der Drummer, dank dem die Stücke mehr Emotionen erhielten als sonst bei Jarre üblich. Auch die Lichttechniker zeigten ihr Können, indem sie während des ganzen Konzerts eine grossartige Show auf die Bühne oder mittels Lasern in den Raum zu zaubern.

Aber auch ein perfekt choreografierter Abend ist nicht vor Pannen gefeit. Während seiner Zugabe fiel ein Teil der Anlage aus, so dass er das Stück Vintage unterbrechen musste. Jarre nahm es jedoch mit Humor: Er liebt Zürich nämlich und hatte so eine gute Ausrede, noch länger auf der Bühne, die er als «The Black One» bezeichnet, zu verweilen. Nach einigen Sekunden ging es dann weiter. Schlussendlich bedankte er sich mit einem Augenzwinkern bei allen seinen Helfern, Mitarbeitern, Technikern, und auch beim Publikum.

Jarre liess den Abend schliesslich mit einem Lichtermeer ausklingen. Er forderte das Publikum auf, ihre Handys zu zücken und damit den Saal zu erleuchten, der dafür in Dunkelheit gehüllt wurde. Die Wirkung wurde durch die Übertragung auf die Leinwand noch deutlich verstärkt. Es war ein eindrücklicher, verzaubernder Moment und ein würdiger Abschluss eines grossartigen Abends und der ersten In-Doors-Konzertreihe von Jean-Michel Jarre.

 

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