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Zwei Jahre nach ihrem Album «Apocalypse» melden sich Gonoreas mit neuem Sänger und neuem Album zurück. Wir haben uns die Scheibe für euch angehört.

Gonoreas – The Mask Of Shame (zVg)

Gonoreas – The Mask Of Shame (zVg)

sax. Lange hat die Brugger Metalband Gonoreas nach einem neuen Sänger gesucht, konnten mit Jonas Ambühl von Atlas & Axis temporär die Lücke am Mikrofon überbrücken, bis sie mit Leandro Pacheco einen echten Glücksgriff gemacht haben. Von seiner klassisch ausgebildeten Stimme konnte man sich schon an einigen Konzerten und nicht zuletzt auf der kürzlich erschienen Single Serpents, die immerhin zwei Wochen auf Platz 1 der cede.ch Charts stand, was für eine Metalband aus der Schweiz schon ein grosser Erfolg ist, überzeugen.

Jetzt ist das Album The Mask Of Shame erschienen und zeigt auf zehn Tracks die verschiedenen Facetten des Gonoreas-Sounds auf. Das rein instrumentalen Intro The Depths Of The Barent Sea hätte eigentlich direkt mit dem nachfolgenden Stück Kursk, bei welchem Leandros Screamer-Qualitäten ein erstes Mal zur Geltung kommen, verschmolzen werden können. Die Trennung hat eigentlich nur den subjektiven Mehrwert, dass der Silberling runde zehn Tracks aufweist, zur Folge.

Mit Veins und The Mask Of Shame zeigen sich die Brugger von ihrer thrashigen Seite, mit den gewohnten Saitenschrummern, nicht aber ohne virtuosen Gitarrensoli ihren gebührenden Platz einzuräumen. Für Fans von Metallica und Co ein Muss.

Breathe Again kommt sehr viel ruhiger daher, mit feinfühligem Gitarrenspiel zu Beginn und wäre ohne einen Sänger wie Leandro nicht umsetzbar gewesen. Zu sehr hängt der Song von seiner gefühlvollen Stimme ab.

Mit Devil At The Crossroads heizen Gonoreas nochmals richtig ein, geben nochmals richtig Gas, bevor sie mit Still In My Heart in eine wunderschöne Ballade verfallen, die eigentlich – meiner Meinung nach – im Mittelpunkt des Albums stehen sollte. Sie stellt auf jeden Fall einen der Höhepunkte der Scheibe dar und ich hoffe, ich darf mir den Song auch live anhören.

Die erste Single des Albums, Serpents, ist schon ein paar Wochen erhältlich und es war ein sehr geschickter Schachzug der Band, diesen Track als erste Auskoppelung zu wählen. Er baut sich langsam auf, um dann in brachialen Riffs, die von wummernden Drumsequenzen  untermauert werden, zu kulminieren.

Leider folgt mit Soulstealer der schwächste Song dieses Releases. Nicht, weil er schlecht wäre, nein, er ist einfach im Vergleich zum Rest nahezu belanglos, austauschbar. Und trotzdem bleibt er einem irgendwie im Ohr hängen. Ich hätte ihn nicht vermisst, wenn er nicht da gewesen wäre, aber so nimmt man ihn halt einfach mit, wie Treibgut an einem Strand…

Den Abschluss von The Mask Of Shame bildet The Red Horizon, und hier wird nochmals deutlich, wie weit sich Gonoreas entwickelt haben. Grundsolides Songwriting, effektiv eingesetze Instrumetalisierung und professionelles Mixing/Mastering sorgen dafür, dass sich der Sound nicht hinter internationalen Produktionen verstecken muss.

 

Mit The Mask Of Shame ist Gonoreas ein Album gelungen, dass die Gratwanderung zwischen Thrash und Melodic Metal problemlos meistert und einmal mehr zeigt, dass der Schweizer Metal alles andere als tot ist.

 

Release:
20. 9. 2013

Vertrieb:
Soulfood

Tracklist:
01 – The Depths Of The Barent Sea
02 – Kursk
03 – Veins
04 – The Mask Of Shame
05 – Breathe Again
06 – Devil At The Crossroads
07 – Still In My Heart
08 – Serpents
09 – Soulstealer
10 – The Red Horizon