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«New Gold» ist das erste Album der dänischen Band Go Go Berlin. Und hoffentlich noch lange nicht das letzte.

Go-Go-Berlin_New-Gold

Wir sterben alle zu früh. Viel zu früh, weil alles und die ganze Welt so wunderbar ist, weil es so viele Mädchen zu erobern, so viele Gitarrenriffs zu spielen, so viele Abenteuer zu bestreiten gibt. Das sagt uns New Gold:

„And the castles made of sand / Sliding through my hands / Oh, the castles made of sand / Go easy on me / We all die young / Oh, we all die young“ (Castles Made Of Sand)

Aber die fünf Dänen sind nicht immer so nachdenklich. Castles made of Sand ist wohl eher eine Ausnahme. Anstatt sich darüber zu beklagen, dass alles vergänglich ist, scheinen die Draufgänger grundsätzlich eher das Gegenteil zu tun, und alles, was an einem verkaterten Morgen schon lange wieder vergessen ist, mit jeder Faser des Körpers zu zelebrieren. Sie sind Schürzenjäger, Nachtfalter, Angeber. Und sie sehen auch so aus.

„Gimme your key to your house / Gimme all that you got“ (Gimme Your) fordern sie denn auch, und welche Frau (und welcher herzlose Mann) würde Christian Vium nicht auch noch gleich den Schlüssel zu ihrem (seinem) Herzen nachwerfen, bei dieser Stimme? Ausserdem geht es auch anders: „I do, do, do, I really want you“ (I Want You), und in You schwört der Sänger mit der blonden Mähne, dass er alles für einen tun würde. Aber mal abgesehen von der Anziehungskraft, die sie ausüben; Go Go Berlin kann musikalisch schlicht nichts nachgeworfen werden. Da haben sich fünf gute Musiker gefunden und gute Musik geschrieben. Punkt.

Nicht umsonst wird New Gold als von allen möglichen Rock-Strömungen der letzten Jahrzehnte beeinflusst beschrieben. Mando Diao hört man heraus, für ein Gitarren-Solo scheint Jim Morrison wiederauferstanden zu sein, und von der Selbstwahrnehmung her erinnern Go Go Berlin an die Rolling Stones. Wie viel Ironie in ihren Texten steckt, ist schwer zu sagen; stets bewegen sie sich auf dem dünnen Grat zwischen eingebildeten Teenies und genialen Philosophen, ohne jemals auf eine Seite abzustürzen. „So take it easy, baby, it’s only a revolution“ heisst es in California Mind, und dann gleich wieder: „The only thing you’re part of is the evolution“; was sie nun sind, Rebellen oder Phlegmaten, coole Jungs oder hitzige Genies, sie sagen es nicht. Irgendetwas bleibt unklar; und der Rock-Fan, der bei diesem Album nur Wärme und Freude empfinden kann, kauft sich dieses Album, um es zu klären. Und das nächste sicher auch. Well done! Aber wir wissen es ja schon lange: „Im a bad motherfucker / The devil in disguise“ (Bad!)

Release
11. April 2014

Label
Mermaid Records

Tracklist
01. Enterlude
02. On The Run
03. Shoot The Night
04. Darkness
05. Waste Of Trying
06. Raise Your Head
07. California Mind
08. Castles Made Of Sand
09. Do You Mind
10. Gimme Your
11. I Want You
12. You You You
13. Hope For The Hopeless
14. Bad!