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Dass das Hurts Konzert vom 23. März im Kaufleuten in kürzester Frist ausverkauft war, wunderte eigentlich niemanden. Seit ihrem Gassenhauer «Wonderful Life» sorgte das Elektro-Pop Duo aus Manchester überall für volle Hallen. Mit ihren neuen Album «Exile» im Gepäck schauten sie abermals in Zürich vorbei.

Theo Hutchcraft von Hurts (Nicola Tröhler)

Theo Hutchcraft von Hurts (Nicola Tröhler)

sax. Sich artig in eine sich fast rund ums Kaufleuten windende Schlange einstellend, warteten am Samstagabend Hunderte Fans auf den Auftritt eines der derzeit angesagtesten Elektro-Pop Acts schlechthin: Hurts. Bei ihren letzen beiden Konzerten im x-tra und der Maag Eventhall zeigten die Jungs aus Manchester, dass sie es verstehen, das Letzte aus ihrem damaligen Debütalbum Happiness herauszuholen. Seit knapp zwei Wochen ist aber nun ihr zweites Album Exile erhältlich und das grenzt sich doch stark von seinem Vorgänger ab.

Düsterer, kraftvoller, ja auch emotionaler kommt der Sound der neuen Scheibe daher und das Duo trug dem Rechnung, indem sie sich vier weitere Musiker auf die Bühne holten, welche der Musik eine neue Dimension verliehen. Neben Gitarre, Bass und Drums fand sich auch noch eine Violine auf der Bühne ein, die zeitweise durch eine Klarinette ersetzt wurde. Dieses Arrangement sorgte für einen viel satteren Sound, als man ihn bisher von Hurts gewohnt war.

Wenig überraschend stiegen die Briten mit Exile und Miracle in den Abend ein – gleichzeitig die Opener der neuen CD. Erstaunlicherweise waren die Zuhörer schon sehr textsicher bei den neuen Songs und konnten sich scheinbar auch mit der deutlich härteren Gangart von Exile gut abfinden. Die treibenden Rhythmen wurden vom Publikum postwendend angenommen und dankend mit Klatschen, Mitsingen und Tanzen quittiert. Als dann schon als drittes Stück der Dauerbrenner Wonderful Life erklang, war der Abend eigentlich schon gelaufen. Hurts hatten die Menge endgültig in ihrem Bann und konnten nun machen, was sie wollten. Mit ihrem sauber aufgebauten Set aus neuen und alten Songs konnten sie allerdings auch nicht wirklich was falsch machen.

Interaktion mit dem Publikum ist bei Hurts nie wirklich ein grosser Programmpunkt, doch gab sich Theo Hutchcraft Mühe, sich alle paar Songs ans Publikum zu wenden und sich nach dessen Wohlbefinden zu erkundigen. Hier wäre sicher noch mehr möglich, doch das Verschenken von Rosen dürfe zumindest bei den paar glücklichen Frauen, die eine ergattern konnten, für ausreichend Entschädigung gesorgt haben. Aber auch so war das Publikum begeistert und klatschte und sang bis in die letzte Ecke mit.

Für eingefleischte Fans gab’s auch was zu schmunzeln, als Theo sich bei der Ankündigung vom Blood, Tears and Gold verplapperte und den Track als «Blood, Gold and Tears» anpries. Den kleinen Lapsus nahm ihm allerdings niemand übel und mit Unspoken und Illuminated zog er das Publikum nochmals richtig in seinen Bann.

Einer der Höhepunkte des Abends war aber ganz klar die Performance von Somebody To Die For – bei welcher das Duo ohne Band im Rücken, nur jeweils von einem Scheinwerfer angestrahlt, den Song so nackt wie möglich vortrugen. Mehr als eine akustische Gitarre und Theos Stimme brauche es dann auch nicht, um im gesamten Saal Gänsehautstimmung zu erzeugen. Mit Better Than Love und Stay schlossen sie dann auch den Abend gekonnt ab und zeigten einmal mehr, dass britisches Understatement und Extravaganz sich nicht widersprechen müssen. Ein rundum gelungener Abend, den man eigentlich nur durch eine geeignetere Location wie zum Beispiel dem Volkshaus oder dem Komplex 457 hätte verbessern können. Hurts schafften es, alte Fans abzuholen und ihnen das neue Album Exile, das doch deutlich wuchtiger und düstere daher kommt, näher zu bringen. Mit dieser Entwicklung im Hinterkopf darf man gespannt sein, was den beiden in Zukunft noch in den Sinn kommt.

Fotos: Nicola Tröhler