Das neue Projekt von Tim Simenon hört auf den Namen Ghost Capsules. Das gleichnamige Debütalbum bietet tiefe, elektronische Sounds. Nur würde niemand damit eine Party starten. Wofür eignet sich diese Musik dann überhaupt?

Ghost Capsules - Cover

jt. Elektronische Musik wird gemeinhin mit dicken Bässen und blitzenden Lichtern in Verbindung gebracht. Heisse, verschwitzte und durchgetanzte Nächte in den Clubs. Wenn sich die Nacht jedoch dem Ende neigt, vielleicht schon gemächlich in die Dämmerung übergeht, setzt Ghost Capsules ein.

Deshalb eignet sich dieses mit neun Tracks eher schlicht gehaltene Album genau für diesen schmalen Zeitrahmen zwischen Nacht und Tag. Ein äusserst begrenzter Anwendungsbereich für die sphärischen und «deepen» Sounds aus den Ghost Capsule-Laboratorien.

Wirklich mitzureissen vermag keiner der Songs. Hin und wieder blinkt die eine oder andere packende Passage auf, wie etwa nach der ersten Strophe von Inside. Doch damit hat es sich dann auch. Als Ausstieg aus der Party-Stimmung lohnt sich Aufregung nicht mehr, macht auch keinen Sinn mehr. Die Stücke schweben wie der verblassende Nebel aus den Rauchmaschinen dahin, hier und da von einer dumpf-dunklen Basswelle durchdrungen. Kleine Wirbel und verspielte Formen entstehen durch die auf der Minusseite gehaltenen Synthie-Melodien. Und immer ist da die leicht schläfrige Stimme von Laura Gomez, die einen enormen Einfluss auf die kalte, düstere Grundstimmung des Albums hat. Ghost Capsules ist defintiv ein schwer zugängliches Stück Musik, dass man erst wirken lassen muss. Nach und nach kommen dann die Facetten des Sounds zum Vorschein.

Wer hier nach Einstimmung sucht, ist fehl am Platz. Für einen hypnotischen und melancholischen Ausklang liegt man mit Ghost Capsules goldrichtig. Ein Muss ist diese Platte trotzdem nicht.

Release
12. April 2013

Label
O Solo Rec.

Tracklist
01. Games of Thrones
02. Inside
03. Magnetic Fields
04. My Red Shoes
05. This Castle of Me
06. Time and Matter
07. Morgan Le Fay
08. I Am Dead
09. Another Earth