Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Wir versprachen eine Achterbahn der Gefühle und erlebten eine unbeschreibliche Reise der Emotionen. Civil Civic und Amorph boten ein Konzert, das gleichzeitig Herz und Tanznerv berührte.

Amorph im KiFF (Roman Gaigg)

Amorph im KiFF (Roman Gaigg)

 

ah. Am vergangenen Freitagabend fanden nur etwa sechzig Leute den Weg ins Foyer des KiFF. Schade für alle anderen, die dieses sensationelle Konzert verpassen mussten. Der Abend war ein Geheimtipp für Postrock-Fans und die Vorfreude blieb nicht unbelohnt. Kurz nach zehn Uhr erschienen Amorph auf der Bühne. Die fünf schüchternen Jungs hatten auf der kleinen Bühne mit beengten Verhältnissen zu kämpfen. Doch dies hinderte sie nicht daran, ordentlich das Tanzbein zu schwingen. Der enge Raum schien durch ihre Klangwelten zu wachsen. Amorphs Musik – Postrock mit Trip Hop, Crossover und Metal-Einflüssen – bezauberte das Publikum. Zeitweise wünschte ich mir etwas mehr Power und weniger ruhige Stücke, doch dies sollte Civil Civic später wieder mehr als Wett machen. Trotzdem überzeugte die Band aus Basel mit ihrem extrem sauberen und fingerfertigen Spiel. Somit rollte Amorph den roten Klangteppich aus, auf welchem Civil Civic wenig später die Bühne betrat.

Genauso schüchtern wie Amorph wirkten auch Civil Civic. Denn die beiden Jungs aus Australien überlassen lieber ihrer Drummaschine «The Box» den Ruhm (Negative White berichtete). Ihre Unbeholfenheit und die direkte Art, mit der sie das Publikum ansprachen, machte sie extrem sympathisch. Der Abend wirkte durch den kleinen Rahmen und die wenigen Gäste sowieso sehr familiär und informell. So unbeholfen die beiden zu Beginn mit dem Publikum agierten, umso selbstsicherer spielten Aaron Cupples und Benjamin Green mit ihrer Musik. Der Bass – die treibende Kraft ihrer Songs – ging direkt in die Beine und die starken Melodien der Gitarre sorgten für Gänsehaut. Less Unless bildete den absoluten Höhepunkt. Spätestens jetzt konnte keiner mehr an sich halten und das Publikum bebte. Danach dürstete es Ben, den Bassisten, nach einem Bier. Dieser Wunsch wurde ihm aber leider nicht erfüllt und so musste er ohne Erfrischung weiterschwitzen. Vor dem letzten Song kündigte Ben an, noch diesen Song zu spielen und danach zur Musik des Aftershow-DJs zu tanzen. Doch fürs Tanzen blieb vorerst keine Zeit, denn nach dem angekündigten Song und zwei weiteren Zugaben begaben sich die beiden à la Civil Civic-Manier direkt an den Merch-Stand, um T-Shirts zu verkaufen und mit ihren Fans zu quatschen.

Fotos: Roman Gaigg