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Me, Valentin & You ist eine aufstrebende Band. Sie kommt aus der Stadt Bern, die nicht nur die Hauptstadt der Schweiz, sondern auch Hort guter Musik ist. Me, Valentin & You wollen bloss eines: berühren.

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Valentin Kugler, vom Punk zum Singer/Songwriter (Foto: Nicola Tröhler)

„Wir wollen unsere Emotionen so ausdrücken, dass andere sie auch fühlen können.“, sagt Valentin Kugler. Er ist ein junger, stämmiger Mann. In der Blüte seines Lebens. Das runde Gesicht ist wach und freundlich. „Für mich ist das Leben eine Inspiration. Häufig sind die Texte sehr persönlich. Es geht um Liebe, verflossene Liebe.“

Valentin war sechs Monate alleine auf den Strassen der Schweiz unterwegs. Ein Mann und seine Gitarre. In Luzern traf er auf den Schlagzeuger Hannes Prisi. Hannes brachte die Bassistin Martina Berther mit und Valentin holte Raphael Nussbaum als zweiten Gitarristen dazu. Nun waren sie eine Band, eine Einheit.
Die Umstellung vom Solo-Künstler zur Band ist eine Herausforderung. „Wir müssen aufeinander hören. Ich kann das Tempo nicht wahllos bestimmen. Diese Freiheiten habe ich nicht mehr, aber dafür wurde die Musik viel facettenreicher.“, meint Valentin nachdenklich. Es gäbe etliche Klänge, die er alleine nie zustande bringen könnte.

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Valentin, Martina und Raphael am m4music (Foto: Nicola Tröhler)

Diese Klänge sind schwermütig. So klingen zumindest die beiden Singles My Mind und All Of You vom Debüt-Album If. Auf die Frage, ob es nicht einfacher sei, mit fröhlicher Musik Erfolg zu haben, entgegnet Valentin lachend: „Wenn ich fröhliche Musik mache, dann würde sie sich wohl nicht gut verkaufen. Es wäre nicht authentisch.“ Dabei ist Valentin ein fröhlicher Mensch, dem das Songwriting aber nur in bedrückten Momenten zu gelingen scheint. Das gibt er selbst zu. Es ist nicht weiter schlimm, denn die Musik hat Tiefgang, eine Eigenschaft, die man heute allzu oft missen muss.

Die Songs von If sind schwer, erinnern an den Grunge. Die musikalischen Einflüsse sind aber mannigfaltig. Valentin spielte früher in einer Punk-Band, danach wechselte er zum Metal, bis er den Stecker zog und Singer/Songwriter wurde. Der Musiker hat sich über die Jahr entwickelt, ist gereift – ohne den Metal als unreif abtun zu wollen. Er habe sich einfach in dieser Art der Musik gefunden, meint der Mann mit prägnanter Brille im Gesicht.

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Raphael kämpft mit seinem letzten Sandwich-Zipfel. (Foto: Nicola Tröhler)

Me, Valentin & You können auf eine famose Plattentaufe zurückblicken. Die Location war zum Bersten voll. Viele Freunde hätten keinen Einlass mehr erhalten. Ein Wermutstropfen auf den heissen Stein eines fulminanten Starts. Rund zwei Jahre hat die Band auf diesen Moment hingearbeitet. „Man hört dem Album diesen langen Prozess an. Darum auch der Name If. Was wäre wenn? Diese Frage haben wir uns oft gestellt.“ Die Musiker hobelten, schliffen und polierten an ihre Songs. Dass sie keinem Zeitdruck unterlagen, habe sehr geholfen, meint Raphael, der mit seinem letzten Sandwich-Zipfel kämpft.

Me, Valentin & You wollen weitermachen. Unbedingt. Am 28. März erschien ihr Debüt. In Gedanken sind sie längst darüber hinaus.