Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Frank Turner ist das Paradebeispiel eines Workaholics im Musikbusiness. Obwohl der Mann ohne Pause auf Tour zu sein scheint, schaffte er es trotzdem noch nebenher ein weiteres Album einzuspielen. «Tape Deck Heart» ist bereits sein fünftes Album innert gut sechs Jahren. Bei einem derartig hohen Output liegt der Verdacht auf Qualitätseinbussen nahe.

frank-turner_tape-deck-heart

ds. Der englische Singer-Songwriter Frank Turner ist immer unterwegs, ständig auf Tour, weshalb der 31-jährige eine Menge interessanter Leute und deren Geschichten kennt. Aber von diesen Reisen und die daraus entstandenen Bekanntschaften handelt das neue Album nicht. Es handelt auch nicht davon, wie Frank Turner im letzen Jahr den kommerziellen Durchbruch in seiner Heimat schaffte und die Wembley Arena mit 12’000 Konzertbesuchern ausverkaufte oder im Vorprogramm der Eröffnungsfeier der olympischen Sommerspiele vor Millionen von Fernsehzuschauern auftreten durfte. Trotz dem aus Fleiss und harter Arbeit resultierenden Erfolg, lässt sich auf der neuen Platte erahnen, dass Turner auf dem Boden geblieben ist. Grösstenteils autobiographisch, verarbeitet er in den 18 Liedern Themen, die jeder mitempfinden kann. Sie handeln zum Beispiel vom Altern (Losing Days) oder vom Ende einer Beziehung (Anymore), in deren Analyse Frank Turner auch sehr selbstkritisch bei sich die Schuld sucht (Plain Sailing Weather) und danach wieder Hoffnung schöpft (Recovery). Generell zieht sich der Gedanken von Veränderung und Vergänglichkeit durch das gesamte Album, dennoch ist es in keinster Weise als ein Konzeptalbum zu betrachten.

Frank Turner schreibt einfach über die Dinge, die ihm wichtig sind und direkt vom Herzen kommen. In seine teils rockigen, oft etwas ruhigeren, aber immer eingängigen Melodien verknüpft er stets ein Stück Poesie, welche mit treffenden Worten auf hohem lyrischem Niveau glänzt. Als Hörer merkt man, dass Frank Turner ein sehr offener Mensch ist und er uns auch mit seinem fünften Album abermals an seinem Leben teilhaben lässt. Es ist diese Ehrlichkeit die man erst wirklich zu schätzen weiss, wenn man sich ein wenig mit dem Album auseinandersetzt. Bei den ersten Höreindrücken kann es durchaus sein, dass man denkt, dass die wilde, rebellische Seite von Herrn Turner irgendwo zwischen Olympiafeier und Chartplatzierungen (das Album stieg in GB auf #2 ein) verloren ging. Doch wer sich auf das Album einlässt und auch die Konzerte mit seiner Liveband The Sleeping Souls besucht, erfährt dass Frank Turner nach wie vor weiss, wie man die Menge zum pogen bringen und Minuten später für Tiefgang und Gänsehaut sorgen kann.

Release
19. April 2013

Label
Universal Music

Tracklist
01. Recovery
02. Losing Days
03. The Way I Tend To Be
04. Plain Sailing Weather
05. Good & Gone
06. Tell Tale Signs
07. Four Simple Words
08. Polaroid Picture
09. The Fisher King Blues
10. Anymore
11. Oh Brother
12. Broken Piano
—- Bonus Tracks auf Deluxe Version:
13. We Shall Not Overcome
14. Wherefore Art Thou Gene Simmons?
15. Tattoos
16. Undeveloped Film
17. Time Machine
18. Cowboy Chords