Fast 2000 Besucher bejubelten den Superstar des Britpop im ausverkauften Komplex 457. Noel Gallagher bewegt die Menschen. Mit einer Show ohne viel Drumherum konnte man sich auf das Wesentliche konzentrieren: Die Musik.

Gallaghers Ansprüche sind legendär und somit war auch klar, dass keine Dilettanten seinen Abend eröffnen würden. Folks, die junge, sechsköpfige Band, begann ungewöhnlich pünktlich zu spielen. Mit ihrem satten, dichten Sound konnten sie zahlreiche Besucher für sich begeistern. Leider blieb der Auftritt dennoch etwas flach, was vor allem daran lag, dass es keine Lichtshow für Folks gab. Die Band war stets hell erleuchtet. Hingucker beim abschliessenden, temporeichen Song war der gerissene Gurt eines der beiden Gitarristen. Lässig stellte er den Fuss auf den Monitor und spielte unbeirrt weiter.

Das Publikum im Komplex war vielfältig und zog sich durch sämtliche Altersklassen. Die Crew des Clubs wirkte angespannt. Klar, bei dem Andrang. Schliesslich beherbergt man nicht jeden Tag eine solch illustre Figur wie Noel Gallagher. Dennoch fragte man sich bei den hohen Preisen für das Merchandise, ob der irisch-britische Doppelbürger wohl die Finanzkrise spürt.

Eine Verspätung von Gallagher war zu erwarten. Doch genau um 21 Uhr begann das Spektakel. Wie er so auf der Bühne stand, verflogen alle Vorurteile, die ihm nachgesagte Arroganz. Nun stand die Musik alleine im Zentrum des Interesses. Blickfang war zweifellos die Lichterwand hinter der Bühne. Bunt flackerten sie zu ausgewählten Songs auf und erschufen eine angeregte Stimmung. Zwischen den Songs schallten regelmässig «Noel»-Rufe aus dem Publikum. Die Leute waren definitiv mitgerissen.

Noel Gallagher’s High Flying Birds boten allerdings auch einen guten Auftritt. Die Begeisterung war also keineswegs unangebracht. Neben neuen Hits wie Dream On schmetterten die äusserst seriösen und talentierten Musiker altbekannte Hits aus der Oasis-Ära. Immer wieder wandte sich Gallagher an die Besucher. Seine Ansprachen waren von typisch trockenem, britischen Humor geprägt. Bescheiden sagte er: «I’ve got another song in my quiver…», und begann wieder zu spielen. Die Angst, man könnte die Stimme nicht hören, verflog rasch, denn der Sound war hervorragend abgemischt. Chapeau an die Techniker! Noels Stimme erhob sich stets über den grosspurig ausgelegten Klangteppich, der charakteristisch für den Britpop ist. Mit einer schlichten Eleganz spielten die Musiker ihr Können aus.

Absoluter Höhepunkt war das Schlussfeuerwerk des eineinhalbstündigen Sets. Mit der Hymne Don’t Look Back In Anger wurde das Publikum nochmals richtig zur Ekstase gebracht. Während zuvor bereits eifrig mitgesungen wurde, übertönte nun ein freudiges Komplex den Briten.

 

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