Schon vor dem Konzert stehen die Massen vor dem Komplex 457 Schlange. Die Vorfreude ist gross. Die Besuchermenge kunterbunt durchmischt. Dann endlich der Einlass. Bis zum Konzertbeginn dauert es aber noch. Während der Wartezeit wird getrunken, geredet und das Komplex füllt sich immer mehr.

Um 20.15 Uhr treten The Minutes auf die Bühne. Die dreiköpfige Rockband aus Irland hat zuvor schon bei bekannten Bands wie The Wombats als Vorband spielen dürfen. Aber der Auftritt vor Flogging Molly ist mit Abstand ihr bisher grösster Erfolg. Die Band hat eine steile Karriere vor sich. Ihr Debutalbum ist dieses Jahr im Mai erschienen. Mit einem MTV Award und einer Nominierung für die Tunebreaker Awards steht der Band eigentlich kaum noch etwas im Weg. Dem Publikum am Donnerstag hat es auf jeden Fall Spass gemacht und so wurde fleissig mitgeklatscht. Alleine das Mitsingen funktionierte noch nicht so wirklich, aber das lag wohl an der fehlenden Bekanntheit.

Um 21.45 Uhr wird die Bühne für Flogging Molly vorbereitet. Eine ganze halbe Stunde dauert der Umbau, Soundcheck und Lichtbeleuchtung. Währenddessen erklingt eine seltsame Musikauswahl aus den Lautsprechern. Zwischen Country, Ska und U-A-A-Dödel-Musik wird alles Mögliche abgespielt. Die aufgedrehte Menge empfängt die seltsame Musikmischung grösstenteils mit einem amüsierten Grinsen. Dann wird der Saal mit blauem Licht geflutet und aus den Lautsprechern erklingt die allbekannte Melodie von AC/DC’s It’s a long way to the Top. Begeisterte Rufe erfüllen den Raum. Und dann endlich sind sie da. Um 21.20 treten Flogging Molly wie immer typisch gekleidet und mit guter Laune auf die Bühne. Feierliche Weihnachtsstimmung macht sich in den ersten Sekunden breit, als die Lichterketten über dem Logo aufleuchten. Flogging Molly lieferten eine fantastische Show. Klassiker wie Drunken Lullabies, If i ever leave this world alive und Worst day since yesterday werden gespielt. Gigantische Stimmung. Die Menge quetscht sich auf jeden freien Zentimeter in der Halle. Die komplette Masse inklusive der letzten Reihen hüpfen und grölen mit. Es entstehen Löcher für Circle Pits, die jedoch von der feiernden Menge sogleich wieder geschlossen werden.

Der einzige Nachteil am ganzen Konzert ist der enorme Platzmangel. Nichts desto trotz brodelt die Stimmung, trotzdem ist es friedlich und ein freundliches Miteinander. Jeder will feiern! Auch die Band selbst – gewohnt mit Bier in der Hand – prostet der Sänger dem Publikum zu und unterhält es mit kleinen Anekdoten und Geschichten zwischen den Liedern. Auch sichert er sich die Sympathie des Publikums mit Sätzen wie: «Wenn alle Länder so wie die Schweiz wären, dann hätten wir keine schwerwiegenden Probleme mehr.»

Einer der grossen Höhepunkte des Abends war wohl, dass Flogging Molly das berühmte Lied In the Heart of the Sea zum ersten Mal live spielten. Eins stand auf jeden Fall fest, der Auftritt im Komplex konnte sich mindestens mit dem vom Greenfield messen. Ein wirklich fantastischer Abend.

 

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