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Five Finger Death Punch spielten nach In Flames am Dienstagabend im Hallenstadion und überzeugten mit ihrer intensiven Bühnenpräsenz und astreinem Metal.

Zu spät an ein Konzertabend zu kommen, hat auch ganz klar seine Vorteile. Kein Gedränge und null Wartezeit beim Eingang. Dafür nehmen es die Securitas wohl umso genauer, denn sie haben ja Zeit. Als die Dame, die mich inspizierte skeptisch eine weitere fragte, ob meine Schuhe denn ok wären – die haben so ein paar spitze Nieten drauf – dachte ich: Bin ich im falschen Film? Zum Glück durfte ich dann aber samt meinen Schuhen rein.

In Flames waren immer noch am spielen, doch es befanden sich zig Leute draussen in der Vorhalle und etliche strömten ebenfalls raus. Viele fanden, die Mucke sei ihnen zu monoton. Dann habe ich ja nicht viel verpasst, denn das war auch mein Eindruck bei den letzten Auftritten, die ich von ihnen gesehen habe. Ich war aber sowieso super happy, dass ich es doch noch zu Five Finger Death Punch geschafft habe, welche zu meinen Top 10 Lieblingsbands gehören. Da die Stehplätze gerappelt voll waren, versuchte ich gar nicht erst die Türsteher zu bezirzen und begab mich auf die Tribüne. Da Headbangen und Sitzen nicht zusammengehen, stand ich dann halt da oben vor dem Gelände.

Ein kleiner Teufel in mir meinte zwar: «Spring doch einfach runter.» Aber auch da waren die Securitas überall positioniert. Immerhin hatte ich freien Blick auf die Bühne, was so mancher unten wohl nicht behaupten konnte.

Emotionale Präsenz bei Five Finger Death Punch

Five Finger Death Punch legten, nachdem der grosse Vorhang fiel, Vollgas mit ihrem treibenden Metal los und wollten es wisse. Es schien mir – auch das ganze Konzert hindurch – als wären sie höchst motiviert und voller Energie. Um ehrlich zu sein, habe ich sie bis jetzt drei Mal gesehen und war von der Sound- und vor allem Gesangsqualität meist gar nicht überzeugt. Instrumental muss man dabei sagen, spielte die Band schon immer echt astrein, aber meist hackte es an der Technik oder zum Beispiel der Turnhallenakkustik in Wintherthur. Dieses Mal schien mir der Sound wiederum nicht perfekt abgemischt – viele meinten auch bei In Flames sei es besser gewesen – jedoch war es das bislang beste Konzert von allen.

Besonders die Stimme des Sängers kam dieses Mal ganz gross raus. Bislang grauste es mir bei den live Auftritten immer etwas vor den Balladen. Bei dieser Show war Moody aber emotional extrem präsent und sein Gesang fand ich um Meilen besser. Ich denke, nach der gewiss harten Zeit während seinem Alkoholentzug, weiss er solche Auftritte umso mehr zu schätzen, ist klarer im Kopf und kann seiner Stimme noch mehr Ausdruck verleihen.

Five Finger Death Punch ist einfach eine super sympathische Band und an diesem Dienstagabend kam irgendwie noch viel mehr positive Energie von der Bühne runter. Moody meinte auch mehrfach, er sei echt froh, wieder hier zu sein. Harte Klänge aber ein echt offenes, weiches Herz. So wollte er einem Crowdsurfer ein Plektron zuwerfen und verpasste noch fast seinen Gesangseinsatz, weil er, um diesen zu erreichen, zum einen Bühnenrand rennen musste. Dass FFDP ihre Fans mögen und auch gerne Kontakt haben, merkt man durch solche Interaktionen sehr schnell. So baten sie auch mehrere Fans aus den ersten Reihen, welche einen roten Handabdruck im Gesicht hatten, auf die Bühne. Ein paar Selfies mit den Bandmitgliedern es natürlich dazu.

Ich hoffe, Moody packt es nach seinem weiteren Entzug und bringt seine Truppe und die dazugehörende Energie schon bald wieder in die Schweiz.