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Auch wenn die Band propagiert, dass es immer nur um die Balance geht – an ein Konzert der Kalifornier geht man nicht, um zu meditieren, selbst wenn ihr Song «The Agony of Regret» dazu einladen würde, das Feuerzeug zu zücken.

Die beiden Supporting Acts haben nicht von ungefähr das Genre Post Grunge Rock und Deathcore bedient. Sowohl Pop Evil als auch Upon A Burning Body konnten schon vor ziemlich vollem Haus performen und heizten den Saal so richtig ein. Vom Bandnamen her hätte ich zwar eher bei Pop Evil mit Anzugträgern gerechnet, aber den Gentlemen des Deathcores stand das Outfit auch ausgezeichnet.

Klare Ansage zu Beginn

Wer nach den Vorbands noch keine Ohrstöpsel montiert hatte, tat dies wohl spätestens beim Intro zu Under And Over It ihres dritten Albums American Capitalist, als Five Finger Death Punch auf die Bühne schritten und loslegten. Schon da drosch Jeremy Spencer auf seine Drums ein und liess auch bei Burn It Down keine Gnade walten, als er die maschinengewehrähnlichen Salven vom Stapel – pardon Drumset – lässt. Auch Jason Hook steht dieser vollen Ladung an Energie in nichts nach und zupft und schrammt über seine Saiten, wirbelt die Gitarre herum als gäbe es kein Morgen.

Voller Energie in Gedanken versinken

Spätestens seit Mittwoch weiss ich: auch mit kurzen Haaren kann man Rastas schwingen. Es ist zwar kein klassisches Headbanging, aber Chris Kael lässt seinen Bart energetisch zur Musik durch die Lüfte fliegen, dass Zoltan Bathory sich echt was einfallen lassen muss, um mit seinem Haupthaar-Banging mithalten zu können. Wieso nur kam mir spontan der Film Pirates of the Carribean in den Sinn und wieso ging es nicht nur mir so?

Das Publikum sang nicht nur lautstark mit, denn beim Track Remember Everything forderte Moody auf, bei den sanften Klängen mitzusingen. Auch bei der Zugabe Far From Home hörte man rundherum, wie sie bei diesem sehr melodiösen Stück mit einstimmten. Selbst Anwesenden, die die Band bisher scheinbar nicht so gut kannten, war dieser Song bekannt und fanden die Liveperformance der Kalifornier mehr als gut.

Aller guten Dinge sind drei?

Komischerweise hatte ich am Konzert den Eindruck, sie hätten nicht sehr viele Songs ihrer neusten Alben gespielt. Vermutlich habe ich mir aber die beiden Scheiben schon dermassen oft angehört, dass sie mir in Fleisch und Blut übergegangen sind. Setlisttechnisch bekamen wir nämlich einen Drittel des Konzerts Stücke ihrer neuen Alben auf die Ohren. Beim Song Here To Die warnte Ivan Moody vor, sie würden diesen Titel erst zum dritten Mal live spielen – man möge allfällige Patzer verzeihen.

FFDP zeigten, dass sie nicht nur auf CD, sondern auch live abliefern können. Immer wieder baute Moody Variationen zur CD-Version ein, agierte mit dem Publikum und bescherte wohl nicht nur mir einen Konzertabend, den ich ungern verpasst hätte.
Nach der Coverversion von LL Cool J’s Song Mama Said Knock You Out  folgte als letzter Song The Bleeding und FFDP verabschiedete sich mit einem dröhnenden Sprechchor „Five Finger … Death Punch“, den man noch vor dem Komplex 457 hören konnte. Bleibt zu hoffen, die Jungs kommen bald wieder in die Schweiz, denn dies war definitiv nicht der letzte Gig, bei dem ich sie live erleben möchte.