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Diesen Juli erschien Finks fünftes Studioalbum „Hard Believer“. Der britische Singer-Songwriter, Produzent und DJ konzentriert sich auf akustische Gitarrenmusik, die regnerische, windige Herbsttage erträglich gestaltet.

Fink -Hard Believer (zVg)

Fink -Hard Believer (zVg)

Am 14. Juli veröffentlichte der Brite Finian Paul Greenall, besser bekannt unter dem Namen Fink, sein fünftes Studioalbum mit dem Titel Hard Believer. Für die Aufnahmen und auf Tour wird Greenall vom Bassisten Guy Whittaker und Schlagzeuger Tim Thornton unterstützt. 2007, ein Jahr nach Erscheinen des Debüts Biscuits for Breakfast, tourte das Trio bereits als Support für die Trip-Hop-Helden Massive Attack durch die Welt. Im selben Jahr war bereits das zweite Werk Distance and Time aufgenommen. Sort of Revolution 2009, Perfect Darkness 2011 und nun Hard Believer – Fink hat Gas gegeben und binnen kürzester Zeit fünf Studioalben veröffentlicht.

Sanfte Stimme, filigrane Gitarrenklänge

Das Album stellt, wie für Fin Greenall typisch, die Klampfe ins Zentrum. Allerdings wurde im Vergleich zu den früheren Werken auch das Schlagzeug dominanter, so beispielsweise bei den Liedern Green and the Blue oder Looking Too Closely, die beinahe populäre Züge enthalten. Textlich setzt Fink auf Wiederholungen, bei einigen Liedern ist das Gesungene auch sehr spärlich gehalten. Dem Instrumentellen wird viel Platz eingeräumt, fünfminütige oder längere Stücke sind keine Ausnahme. Greenalls Summen und die angenehm tiefe Stimme regen zum Ausatmen und Entspannen an.

Geschichten über das Leben und die Liebe

„Oh why, oh why do they teach us Shakespeare
When you’re only 16, with no idea, what it all means
Oh Romeo, oh Romeo he thinks it’s a love thing
All masks and kisses from the balcony
It’s deeper than that bro, it’s a fuckin‘ tragedy“

So der Beginn von Shakespeare, persönlicher Favorit des Albums. Wenn man die Texte von Hard Believer genauer unter die Lupe nimmt, fällt auf, dass Greenall häufig vom Lieben und vom Scheitern singt. Irgendwie scheint es auch, als ob ihm Dinge erst jetzt klar geworden sind, obwohl der bärtige Mann bereits 42 Jahre auf dem Buckel trägt.

„This is a song about somebody else
So don’t worry yourself, worry yourself“

Fin Greenalls Musik soll nicht dafür hinhalten, seine eigenen Situationen in die Lieder zu projizieren, wie das wohl so oft gemacht wird. In Looking Too Closely wird dies deutlich. Man soll sich selber durch die Musik nicht psychisch zerstören, sie soll einfach da sein und für sich selbst stehen.

Entfernt vom Mainstream

Obwohl Fin Greenall mit einigen bekannten Gesichtern (u.a. Elbow und Amy Winehouse) zusammengearbeitet hat oder diese gar produzierte, hat er mit dem Projekt Fink ganz klar einen eigenen Stil gefunden, der wohl nie die ersten drei Plätze einer kommerziellen Hitparade erklimmen wird. Er wüsste zwar, wie er musikalisch agieren müsste, um das zu tun. Allerdings scheint das nicht sein Ziel zu sein. Und das ist auch gut so – seine individuelle musikalische Note zählt mehr.

 

Release
14.07.2014

Label
Ninja Tune Records

Tracklist
01 – Hard Believer
02 – Green and the Blue
03 – White Flag
04 – Pilgrim
05 – Two Days Later
06 – Shakespeare
07 – Truth Begins
08 – Looking Too Closely
09 – Too Late
10 – Keep Falling