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«Folks not Dead» hiess es am 27. Oktober im Dynamo. Fiddler’s Green machten auf ihrer «Wall of Folk»-Tour einen Abstecher in Zürich um den Speed-Folk auch bei uns zu verbreiten.



Ein bunter Haufen hat sich am Donnerstag im Dynamo eingefunden, um die deutsche Folk-Band zu sehen. Begrüsst wurden sie erst mal von Des Koenigs Halunken, welche mit ihren altbewährten Stücken das Publikum anspornte, sich zu regen und zu bewegen. Sie rissen Sprüche und unterhielten die Leute, während die noch ihre letzten Schwätzchen hielten, noch etwas assen und tranken. Ganz nebenbei wurde ausserdem noch dem Publikum bewiesen, dass König Neidhelm der 69. mit Abstand das längste Instrument spielte. Ein knapper Drittel der Leute war aber auch schon hier von Anfang an mit dabei und tanze wild durch die Gegend vor der Bühne und auch das neue Mitglied der Halunken, der General aus dem Tessin, überzeugte an der Gitarre mit sicherem Spiel. Das einzig Bedauernswerte hier war, dass die Tontechnik leider nicht optimal funktionierte und viele Klänge einfach unterging.

Um Viertel nach Neun betraten dann Fiddler’s Green unter Gejubel der Menge die Bühne. Bereits nach dem ersten Lied war so gut wie der ganze Platz vor der Bühne eine regelrechte Pogofläche. Springen, schubsen, klatschen und sich dabei noch im Kreise drehen! Das Publikum erwies sich definitiv Multi-Tasking-fähig.
 Angefangen mit Stücken ihres neuen Albums kamen auch immer wieder die Klassiker der Band zum Zuge wie Irish Air, Rocky Road To Dublin, Fiddlers Green, Shut up and dance oder als letztes Stück Folks not Dead!

Doch damit nicht genug, das Publikum wurde auch mit einem wunderschönen Geigen-Soli des Herren Tobias Heindl belohnt, welche begleitet wurden durch Getrommel und einer Stimmung, die trotz des Schlachtfeldes, das die pogende Menge hinterliess, zum Träumen einlud. Wahrlich beherrschen diese Herren ihren Stil und was als Schnapps-Idee begann, ist nun wahrlich wert, gehört zu werden. Als Zugaben wurden dann noch mehrere Stücke gespielt, eines davon wurde besonders erwartet von der tobenden Menge: Bugger off!
 Dieser Titel passte wohl vor allem zu einem Besucher, der die meiste Zeit halb auf der Bühne lag und von den Leuten um ihn herum gehalten werden musste, damit er nicht stürzte.

Unglaublich solidarisch wie die Menge ihn vor den tobenden im Hintergrund schützten und immer wieder aufhalfen. Aber nicht nur das Publikum, auch die Band war besorgt und Sänger Ralf «Albi» Albers kniete auch immer wieder zu ihm runter und schaute wie es ihm geht. Er wurde teilweise regelrecht in die Choreographie von Albers einbezogen. Davon hat er selbst aber wahrscheinlich nicht viel mitgekriegt.
 Doch auch trotz solcher Dinge, traten die Deutschen voller Selbstbewusstsein auf und wurden regelmässig ermutigt noch mehr zu springen und zu tanzen. So kam es dann auch zu einer Wall of Folk! 
In Erinnerung bleibt für alle Anwesenden ein witziger, schöner Abend mit toller Musik und ein Satz, den man sich immer merken sollte:
 «bugger off, you bastards bugger off! fuck you!»