Feuerengel machten ihrem Namen als beste Coverband von Rammstein alle Ehre. Mit wehender Schweizerflagge marschierten sie – genau wie das Vorbild im Hallenstadion – ins, bis zum Bersten gefüllte Z7, ein. Aber was hat sich der Veranstalter bloss bei der Vorband gedacht?

Nicht dass die Vorband eine schlechte Leistung erbracht hätte: Nein, im Gegenteil! Für eine Band wie Amon Amarth wären sie genial gewesen! Aber der durchschnittliche Rammstein-Fan kann mit eher ruhigem und melodischem Black Metal nicht sonderlich viel anfangen. Schammasch hiess die unglücklich gewählte Vorband, die kaum Applaus erntete. Ein bisschen selbst Schuld waren sie jedoch auch, denn man sollte, auch wenn man sich offensichtlich fehl am Platz fühlt, niemals sich selbst klein machen! Der grössere Kritikpunkt geht aber an den Veranstalter für die unpassende Wahl und an das Publikum, dass nicht mal beim letzten Lied und der Ankündigung von Feuerengel klatschte, sondern desinteressiert in die Luft starrte und kein bisschen offen für eine neue Musikrichtung zu sein schien.

Nach einer guten halben Stunde und mit etwas Verspätung kam dann die heissersehnte Coverband von Rammstein. Von hinten hereinmarschiert, mit geschwenkter Schweizerflagge und geteilter Menge. Jetzt hiess es Luft anhalten, denn das Z7 war so wie es schien komplett ausverkauft und es herrschte chronischer Platzmangel. Das wiederum hielt ein paar betrunkene Fans nicht davon ab, ordentlich abzufeiern, ohne jegliche Rücksicht ob dabei die Umgebung in Mitleidenschaft gezogen wird oder nicht.

Feuerengel startete mit dem Lied Sonne und lieferte schon jetzt eine fantastische Show ab. An dieser Stelle möchte ich dem grossartigen Lichttechniker mein Lob aussprechen, der sowohl für die Vorband als auch für Feuerengel eine unglaublich passende und perfekt abgestimmte Lichtershow vorbereitet hatte. Nicht nur farblich passte es, sondern es wurde sogar im Liedertakt geblinkt und die Scheinwerfer geschwenkt.
Auch das Spiel mit dem Feuer während der Show war sehr beeindruckend. Die Lieder erkannten die Fans schon bei den ersten paar Takten und grölten und jubelten lautstark mit. Das vorwiegend männliche, im Durchschnitt etwa 25 Jahre alte Publikum tobte und stampfte im Einheitsschritt zu den kontroversen Texten von Rammstein. Etwas befremdend ist es als Aussenstehender schon, zu Texten, die sexuellen Missbrauch, BDSM, Kannibalismus, Pyromanie, Nekrophilie und Inzest zu klatschen. Zwar werden heikle Themen so ins Licht der Aufmerksamkeit gerückt, aber die Texte können teilweise nur schwer humorvoll interpretiert werden. Zugute halten sollte man Rammstein, dass sie grossartige Werke der deutschen Literatur in ihre Lieder verknüpfen und Themen behandeln, an die sich andere Bands nicht herantrauen. Doch vermutlich geht es für die meisten Fans nicht unbedingt um den Inhalt der Texte sondern eher um die einfache und plakative Verwendung und der dazugehörende marschgeprägten Musik. Und all das hat Feuerengel wunderbar rüber gebracht.