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Wegen des neuen Babys mussten die Fans mehr als ein halbes Jahr auf die verschobene Tour warten. Es hat sich gelohnt! Fettes Brot überzeugten im Komplex mit einer grossen Portion Nostalgie und weckten aber auch Lust auf ihre neueren Werke. Allen voran natürlich auf ihr neues Album «Teenager vom Mars», welches beim Tour Auftakt in Zürich live aus dem Sack gelassen wurde.

Pünktlich um 20 Uhr startete die Show mit Fatoni. Namenstechnisch passte der der MC und sein DJ ja wunderbar ins Programm, aber er traf selber schon bald den Punkt: «Habt ihr Bock auf Fettes Brot? Ja?! Tja sorry, ich spiel noch ein paar Lieder.» Die fetten Reime zu den fetten Beats kamen mit der dürftigen Stimme von Fatoni, dem besten deutschen Rapper weltweit, wie er sich selber propagiert, extrem halbpatzig rüber und so wurde das Publikum auch nicht richtig warm mit ihm.

Fettes Brot goes Knäckebrot

Fatoni war zumindest fürs Warm-up eine reine Zeitverschwendung, denn die Setlist von Fettes Brot lies es zu, dass man sich langsam aufwärmen konnte, um am Ende völlig verschwitzt und ausgepowert den Konzertsaal verlassen zu können. Gestartet wurde mit dem Song Teenager vom Mars von ihrem gleichnamigen neuen Album. In den ersten paar Minuten war es, wie schon am Gampel vor einem Jahr, abermals irritierend, die in die Jahre gekommenen Herren einerseits mit Waschbärbauch, Doppelkinn, grauen Haaren, andererseits mit Dächlikappe, Beanie und Hip-Hop-Manier zu sehen. Als Fettes Brot aber nach dem zweiten Song Können diese Augen lügen verkündeten, dass es immer so schön in Zürich sei und es ein toller Tour Auftakt sei, war das Publikum gekauft. Der laute, langanhaltende Jubel bezeugte dies. Und wenn man so um sich blickte, wurde einem klar: Wir Fans wurden auch alle etwas älter und die Teenager von heute würden den einen oder die andere Anwesende auch eher als Knäckebrot bezeichnen.

Kurz darauf gab es dann, passend zum Song Erdbeben, kein Halten mehr. Und Fettes Brot versprühten noch mehr Freude, weil das Publikum endlich aufgewacht war. Die Publikumsinteraktion war top. Dokter Renz, König Boris und Björn Beton unterhielten das Publikum während des ganzen Konzerts mit witzigen Animationen, Sprüchen und Ansagen. Alte Hasen – aber solche, die es drauf haben.

Eine Setliste, die es wortwörtlich in sich hatte

Seitens der Setliste blieben praktisch keine Wünsche offen: Ob die Partybombe Nordisch, Jein, zu welchen man grinsend mitsingen musste, oder Hühnerhaut erzeugende Songs wie Silberfische, Echo, An Tagen wie diesen – echt alles wurde gespielt. Und es ging sogar etwas ruhiger. Bei der Ballade Amsterdam sang das Publikum kräftig mit und die meisten Köpfe nickten mitfühlend zu den sanfteren Beats mit. Der Konzert war extrem kurzweilig und man bekam das Gefühl, dass Fettes Brot etliche geniale Hits mit noch genialeren Lyrics hatten. Etwas Nostalgie schwang also den ganzen Abend lang mit. Aber auch die neuen Songs wurden vom Publikum gut aufgenommen. Die Band und der DJ unterstützen die drei MC’s bravourös mit kleinen Intermezzi, welche das Publikum noch mehr aufheizten. Insgesamt war das Set kurz gesagt sehr stimmig und perfekt mit neuen und alten sowie eher ruhigen und treibenden Stücken durchmischt.

Geschlossen wurde der erste Akt mit Das letzte Lied auf der Welt. Es war aber völlig klar, dass es eine weitere Runde geben wird und schon sprangen die drei mit coolen Overalls auf die Bühne zurück und lieferten mit ein paar von ihren Songs ein echt geiles Medley. Ihre Tanzchoreographie liessen das Publikum total ausflippen. Die Sprunggelenke waren auf jeden Fall schon bestens aufgewärmt, als der dritte Akt eingeläutet wurde. Das war bitter nötig, denn mit Lauterbach, Bettina und Emanuela schlossen Fettes Brot den Abend mit ihren absoluten Oberknallern. Völlig verschwitzt und glücklich verliessen die Zuschauer nach fast zwei Stunden Fettes Brot das Komplex.