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Die Legenden des Synth Pop kehren zurück: Am 7. Juni 2013 spielen Depeche Mode für eine Show im Berner Stade de Suisse. Warum begeisteren die Musiker noch immer?

jt. Der Grundstein wurde 1980 gelegt, als Vince Clark, Andrew Fletcher und Martin Gore einen Mann als Sänger engagierten. Dave Gahan. Auf dessen Vorschlag hin, benannte sich die Band zu Depeche Mode, angelehnt an ein französisches Modemagazin, um und verzichtete auf sämtliche traditionellen Rock-Elemente wie der Gitarre. Der Sound von Depeche Mode sollte nur noch künstlich erschaffen werden.
Bereits mit der zweiten Single Just Can’t Get Enough kletterte das Quartett in die englischen Charts, später zog das Debüt-Album Speak & Spell nach. Depeche Mode profitierten von der Synthie-Welle, die Kraftwerk vor sich herschob. Tanzbare elektronische Klänge waren erfolgsversprechend. Dennoch verliess Clark die Band kurz nach der Veröffentlichung des ersten Albums.
Zwischen 1984 und 1987 veröffentlichten Depeche Mode drei Platten, die zur endgültigen Etablierung ihres Sounds führten. Black Celebration trug die düstere Melancholie der 80er-Jahre in die Pop-Welt. Es folgten zwei der erfolgreichsten Songs der Bandgeschichte: Personal Jesus und Enjoy The Silence. Diese Singleauskopplungen verhalfen dem 1990 erschienen Album Violator zu einem Erfolg, der alle bisherigen Depeche Mode-Alben in den Schatten stellte. Personal Jesus unterschied sich mit seiner harten, abgehackten Ambiance, in der die Gitarre ungewöhnliche Prominenz erhält. Depeche Mode entwickelten sich weiter, nahmen klassische Rock-Elemente in das bestehende Gerüst. Auch Enjoy The Silence spielt mit prägnanten Gitarren-Riffs und der eingeschlagene Pfad wurde mit Songs of Faith & Devotion fortgeführt und Menschen in Fankreise mit einbezogen, die zuvor mit Depeche Mode nicht viel anzufangen wussten, da die akustischen Elemente fehlten.
Der Absturz kam, nachdem der Virtuose Wilder, der Clark ersetzt hatte, Depeche Mode verliess. Gahan versank in seiner Drogensucht, die ihm einen Suizidversuch und zwei Minuten Tod bescherten. Kaum jemand sah noch eine Zukunft für das gebeutelte Trio. Ein Dinosaurier der 80er-Jahre, der bis kurz davor äusserst erfolgreich war, lag nun im Sterben.

Dass sich die Band zu Beginn des neuen Jahrtausends erfolgreich zurückmelden konnte, zeugt von der Kraft der Beziehung, die dieses Bandgefüge trotz der grossen Krise zusammenhielt. Die Anhänger litten während der ganze Talfahrt mit und waren dabei, als der Aufstieg erneut begann. Revolutionen gab es musikalisch keine mehr, sondern vielmehr schleichende Anpassungen an die Moderne. Trotzdem blieb sich Depeche Mode im Kern treu. Ob die Eigenrezyklierung mit Personal Jesus 2011 wirklich nötig war, darüber scheiden sich die Geister. Dass Depeche Mode «music for the masses» bietet, bestreitet indes niemand mehr. Die Konzerte zelebrieren die Gemeinschaft, transportiert durch die zwar meist klinisch saubere, elektronische Musik, jedoch mit einer unglaublich emotionalen, menschlichen Komponente versehen. Gahan, Gore und Fletcher sind trotz ihrer künstlerischen Unsterblichkeit greifbar geblieben und verleihen Depeche Mode die sensibel-melancholische Note ihres unverkennbaren Stils. Dadurch erreichen die Musiker auch heute noch ihr Publikum wie keine zweite Band. Dadurch lebt sie weiter, die Faszination Depeche Mode.

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