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Es muss nicht immer laut sein und von der ersten Sekunde an zum Headbangen einladen, um überhaupt als Rock bezeichnet werden zu dürfen. Die 13 Songs auf dem neusten Farlow-Album «Taking Shape» laden definitiv zum Verweilen, Kuscheln und Nachdenken ein – genau richtig für die trüben und kalten Tage, die vor uns liegen.

Farlow-Taking_Shape

Obwohl die Musik manchmal sehr melancholisch anmutet, zieht sie einen nicht runter. Im Gegenteil: Sie beschwingt frühmorgens, lässt einem auf dem Weg zur Arbeit träumen und nach Feierabend schaltet man sanft einen Gang runter. Das Album wäre nicht meine erste Wahl fürs Workout, weil sie dafür energietechnisch gesehen zu wenig Power liefert. Diese steckt jedoch in den Texten, deren Botschaften durch die klare Songperformance mehr als verständlich transportiert werden.
Das dritte Werk der Winterthurer gehört für mich deshalb nicht in die Kategorie «einmal reinhören und weglegen». Man wird den eingängigen Songs auch nicht überdrüssig, wenn man sie in der Endlosschlaufe als Hintergrundberieselung laufen lässt. Ich ertappe mich dabei, jedes Mal bei einem anderen Song genauer hinzuhören und innezuhalten, um den Text bewusst aufnehmen zu können. Die Musik ist beinahe schnörkellos und trotzdem nicht langweilig oder gar einfallslos. Die Stücke schleichen sich in Zehen  und Kopf. Es wippt, es nickt und mit geschlossenen Augen versinkt man in den Geschichten, die sie uns auf eine sehr melodiöse Art und Weise erzählen.

Obschon ich mir das Album jetzt schon einige Tage immer und immer angehört habe, konnte ich mich noch nicht auf einen Lieblingssong festlegen. Die Titel Not Enough und Words Fail Me Again gehören aber definitiv zu meinen Top 13. Fest steht, Taking Shape wird mich noch eine Weile begleiten, bis mein Lieblingssong klarere Formen annimmt und ich ihn nennen kann.

Release
18. Oktober 2013

Label
SAIKO Records

Line-Up
Josh Hämmerle (vocals, guitar)
Jonas Gloor (guitar, vocals)
Reto Karli (bass)
Jonas Vögeli (drums)