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Im Februar 1996 veröffentlichte der Künstler T>MA den Song «Mutter, der Mann mit dem Koks ist da». Es ist Falco’s vergessener Techno-Hit.

Februar 1996. Bereits vier Jahre waren ins Land gezogen, seit der österreichische Superstar Falco sein Album Nachtflug veröffentlicht hat.

T>DM alias Falco (Foto: zvg)

T>DM alias Falco (Foto: zvg)

Da erscheint im Frühjahr vor fast 20 Jahren ein Musiker mit dem mysteriösen T>MA auf dem Parkett. Dieser Kerl wagte sich an den alten Berliner Gassenhauer Mutter, der Mann mit dem Koks ist da. Doch während es im Lied aus dem 19. Jahrhundert noch um Heizkohle ging, war mit «Koks» nun nichts anderes als das faszinierende Pülverchen gemeint.

Schnell war klar, wer hinter diesem Song steckt: Falco. Das grösste Enfant terrible, das Österreich seit Mozart hervorgebracht hatte. Vier Jahre hatte sich der polarisierende Künstler aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, wählte das Pseudoym, um den unerträglichen Druck – zumindest fürs Erste – zu entgehen.

Mutter, der Mann mit dem Koks ist da. Was für ein Stück Musik. Eine ultimative Dance-Hymne, ein Hurra auf die Droge und ein Paradebeispiel dafür, wie sich Falco an den Zeitgeist anpasste.

Mitte der Neunziger wabberten die Bässe der Rave-Welle unaufhaltsam über Europa. Die Loveparade wuchs jährlich. Und Falco sprang auf den Zug auf, oder sagen wir besser: auf die Lovemobiles.

Der Song pumpt atemlos die fetten Beats durch die Adern. Die sirrende und bimmelnde Melodie treibt obenauf. Der Refrain verklebt tagelang die Gehörgänge. Und Falco’s sakraler Sprechgesang ist voller Lust und Leid. Alles Welten entfernt von Jeanny oder Rock Me Amadeus. Und nur einige Wochen vor Blümchens Horror namens Kleiner Satellit.

Am 6. Februar 1998 starb Falco bei einem Autounfall. Zwei Jahre und einen Tag, nachdem er die Single veröffentlichte. Einen Song, der so rastlos, frenetisch ausgelassen und schrill war wie sein Leben.

Und ein Stück, das unweigerlich die Frage aufwirft: Wie würde Falco heute klingen?