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Am 6. Juli erscheint das Album «Leather» der US-Amerikaner Material Girls. Heute kannst du schon exklusiv bei uns reinhören. Ein Werk für Fans von Nick Cave bis zu den Doors.

Wer jetzt denkt «Material Girls? Da klingelt irgendwas…», der muss nicht verzweifeln. Am 21. Mai feierte die Single Wade Into The Creek bereits die Premiere bei uns. Dass mit dem angekündigten Album Leather ein faszinierendes Werk aus der Soundstube in Atlanta aufwartete, war damals schon klar. Obwohl Material Girls sich durch die Nacht und die Stile spielen, erschien Wade Into The Creek erstaunlich stringent. Keiner dieser schrägen Töne ist zu viel, jede Eskapade ist so faszinierend wie die letzte. 

Eine virtuose Mischung

Die Exzentrik der Material Girls ist Programm im Klang – und im Auftritt. Rotziger Charme des Punks, schiefe DIY-Attitüde und eine Mischung aus psychedelischem Schweisstreiben und abgründigem Post Punk. Die Material Girls kalkulieren ihre Mixtur messerscharf. Da sind so viele Referenzen, dass das Hirn gar nicht mehr nachkommt. Es ist ein wilder, virtuoser Ritt.

Das Sextett aus Atlanta beschwört in Leather die Geister eines vergangen Jahrzehnts herauf. Da blinzelt Richard Hell dem Andy Warhol zu, wenn sie sich im CBGB’s oder im Studio 54 begegnen. Der Sound ist dunkel, heiss und verheissungsvoll wie die Nacht. Und Jim Morrison tanzt zusammen mit Nick Cave in den Gassen. Die «Rocky Horror Picture Show» lässt grüssen.

Schräg und wild – Material Girls. Bild: Rick Campbell

Leather kann mit seiner Wildheit und Varietät sicher auch überfordern. Das Album ist wie jede Droge: Es kommt auf die richtige Dosis an, denn jeder Song auf dem Werk komprimiert eine ausufernde Party in die Konzentriertheit eines Lieds. Geradezu wagemutig eskalieren die Material Girls während acht Stücken. Man mag die Kürze des Albums kritisieren, doch sie ist nötig: Die Intensivität macht alles wett. Ein teuflisch starkes Ding ist dieses Leather.