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Musikalische Entdeckungsreise statt Reise an den Strand heisst es im Juni von Just Because. The Strokes-Sänger Julian Casablancas mal ohne seine Stammband, eine Balletttänzerin die nun Tanzmusik macht und erzählerische Songwelten aus England. Grund genug nicht jeden sonnigen Abend mit Grillfleisch zu verbringen und vor der Sommerpause noch einmal auf Klangfahrt zu gehen.

Stehen zusammen mit Julian xx auf der Bühne: The Voidz (Foto: zVg)

Julian Casablancas + The Voidz spielen am 4. Juni live im Zürcher Plaza (Foto: zVg)

Julian Casablancas + The Voidz: Zwischen Wahnsinn und The Strokes

Es wummert, es dröhnt und die Basslinie tanzt frech vor sich hin. Und als wäre das alles noch nicht wild genug, prescht auf einmal eine altbekannte Stimme in dieses psychedelische Gebilde von Punk, Rock und einer Prise Trash. Diese säuselnde, leicht verschrobene Stimme, die sich in dieses schrummelige 80s-Konstrukt drängt, gehört keinem Geringerem als The Strokes-Mastermind Julian Casablancas. Und das Gesamtwerk seines neusten Projekts abseits seiner Stammband ist unter dem Namen «Julian Casablancas + The Voidz» unterwegs, um den Leuten eine ordentliche Ladung experimentellen Noise Rock in die Ohren zu bugsieren.

Mit dem 2014 erschienen Album Tyranny, das locker mal mit 11-minütigen Songs auftrumpft, tourte Casablancas aktuellster kreativer Wurf quer durch die Staaten und brachte auch Über-Festivals wie dem Coachella oder dem Lollapallooza eine ordentliche Ladung breit geschlagenen Psych-Rock. Mit herrlich verdorbenen Tracks wie Where No Eagles Fly oder dem epochalen Eröffnungsstück Human Sadness demonstriert Sänger und Songschreiber Casablancas von Neuem seine Vielfalt als Stimmkünstler und Texter. Wer sich diesen röhrend-schönen Rock-Epos nicht entgehen lassen möchte, kann die Formation am 4. Juni im Zürcher Plaza Club live erleben. Achtziger-Jahre-Jeanswesten und wilde Licht-Spielereien inklusive.

Palace: Im Bann des Erzählers

Luftiger und geordneter geht es bei den vier Herren von Palace zu und her. Hinter den rockig-bluesigen Kompositionen der Londoner schimmert immer wieder der Klang der frühen Kings of Leon-Alben durch, ohne aber abgekupfert oder ausgelutscht zu wirken. In schönstem British English legt sich die erzählerische und gefühlsgeladene Stimme von Sänger Leo Wyndham über die lupfigen Gitarrenläufe, die zwischen Sechziger-Jahre-Rock n Roll und den urtypischen Blues-Elementen zum mitwippen einladen. Ob schleppend wie im melancholischen Veins oder mit tänzelnden Gitarren-Riffs im Stück I want what you got von Palaces 2014 erschienener EP Lost in the Night: Die Briten verstehen es Arrangements zu schreiben, die den Hörer bannen und ihn mit einem Wohlgefühl durch den ganzen Song tragen. So kommen neben Blues- und Rock-Elementen auch klassische Singer-Songwriter-Finessen zum tragen, denn Wyndhams vorgetragene Geschichten erhalten durch den Sound der Band eine bestimmte Wichtigkeit und das Gefühl, dieser Band noch lange zuhören zu wollen. Dieser jungen Band kann man am 12. Juni in Basel lauschen, wo sie im Rahmen des Imagine Festivals den Abend auf dem Barfüsserplatz eröffnen.

Oh Land: Musikalischer Neuanfang

Das abrupte Ende einer Karriere war 2007 der Startschuss für einen neuen Erfolgspfad: Für die als Oh Land bekannte Sängerin Nanna Øland Fabricius platze nach 10 Jahren Ausbildung aufgrund einer schweren Verletzung der Traum von einem Leben als Balletttänzerin. Doch die damals 18-jährige Dänin liess sich durch diesen plötzlichen Einschnitt nicht aus der Bahn werfen, sondern setzte ihre Kreativität und Energie weiterhin um, ab nun jedoch in Sachen Musik. Und kaum hatte sie erste Stücke auf MySpace, wurde sie 2007 vom Independent-Label Fake Records entdeckt. Dies war der Startschuss für eine sich schnell entwickelnde Karriese. Wurde ihr erstes in Eigenregie produzierte Album Fauna ausserhalb ihres Heimatlandes kaum wahrgenommen, schaffte sie Dank dem Newcomer-Festival South-by-Southwest (SXSW) den Sprung renommierten Plattenlabel Epic Records. Diese waren von der klaren Stimme und dem treibenden Elektropop der Dänin entzückt und brachten mit Sun of a Gun Oh Lands erfolgreichste Single auf den Mark.

Fabricius, die ihren Künstlernamen von ihrem Zweitnamen ableitete, war auf einmal heiss begehrt und schaffte es mit ihrem 2011 erschienen selbstbetitelten Album in die amerikanischen Billboard Charts. Oh Land wird gerne mit genreverwandten Grössen wie Lykke Li oder der Sängerin Goldfrapp verglichen, hat sich aber mit ihrer klaren Stimme und vielschichtigen Synthie-Pop-Stücken, die sie für ihr neustes Album Earth Sick eigens zu Hause geschrieben und aufgenommen hat, eine eigene Persönlichkeit erschaffen. Diese ist bald auch hier in der Schweiz anzutreffen, denn am Freitag 19. Juni macht das Multitalent Halt im Papiersaal Zürich.

Lùisa: Unabhängige Liederpracht

Wer aus musikalische Entdeckungsreise gehen möchte, dem sei der Abend mit der Deutschen Klangkünstlerin als Eröffnungsact von Oh Land ans Herz gelegt. Sei es nun, weil er von beiden Namen noch nicht viel Ahnung hat, geschweige denn ihre Musik kennt, oder einfach weil schon alleine die junge Musikerin mit dem klingenden Namen Lùisa eine Offenbarung ist. Aber bevor nun musikalische Vergleiche oder ihre Werdegang erläutert wird, reicht es zu erwähnen, dass die Hamburgerin zu der Generation Do It Yourself gehört. Losgelöst von korrigierenden Produzenten und wegbereitenden Labels, abseits von Promo-Gewitter und Radio-Rummel formt die 22-Jährige ihren eigenen Weg. Und der erinnert mit ihrer flehenden und eindringlich starken Stimme an Namen wie PJ Harvey, Ladyhawke oder die bluesige Stimmen wie Lissie.

Die Vielschichtigkeit der Musikerin führt den Hörer von Folk über Rock hin zu warmen Electro-Samples und hallenden Gitarren, über die sich die mal vorsichtige, mal forsche Stimme von Lùisa legt. Ob auf sich alleine gestellt und mit Loop-Pedal bewaffnet oder mit ganzer Band, die auf Unabhängigkeit basierte Musik ihres letzten Monat erschienen Albums Never Own ist geprägt von starken New Folk- und Electronica-Hymnen. Diese wird sie auch solo am 19. Juni im Papiersaal Stück für Stück in den Raum projizieren. Mit Loop-Station, ganz nach dem DIY-Motto.

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Datum / Zeit

02. Januar 2016 / 17:07

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