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Sommer, Sonne, Tanzgemenge: An Festivals wird es bekanntlich eng, wenn die Musik gut ist. Mit Tanzeinlagen lässt sich gegen die Platznot kämpfen, den dazugehörigen Sound bietet Just Because diesen Monat mit Bands von verschrobenem Punk bis hin zu eleganten Jazz-Spielereien. Abwechslung ist Programm und so bleibt mit Sicherheit kein Bein still stehen.

Formation: Eine brüderliche Tanzgelegenheit

Jung, frisch und verwandt: Das alles sind Formation aus London. Und vor allem sind die beiden Brüder ein Duo, ein Duo zwischen Disco, Soul und Electro. Alles in allem sehr tanzerregend, beschwingend und mit grossem Potenzial ausgestattet. Diese Aufzählung bestätigt sich schon alleine beim Hören ihres Tracks Young Ones ihrer 2014 erschienen limitierten und längst ausverkauften EP. Da scheppert eine Cowbell vor sich hin, da prescht ein Drumbeat durch den Song und auf einmal blitzt eine Bassline auf, der direkt aus der Funk- und Disco-Erä einer vergangenen Zeit erinnert. Wer hierbei nicht den Drang verspürt ekstatisch mittanzen zu wollen, ist wohl Anhänger der Schlager-Szene oder schlichtweg taub. Will und Matt Ritson, so die Namen der beiden Brüder hinter Formation, packen in ihre Musik, was sie selbst gerne auf die Ohren bekommen. Ihr grooviger Pop zwischen Disco und Soul erinnert an die Zeiten, als bei LCD Soundsystem Party und nicht Auflösung angesagt war. Die beiden Südlondoner verstehen es packende Rhythmen mit treibenden Lyrics zu verbinden und die Bassriffs irgendwo zwischen 70er-Jahre-Funk und Soul von heute anzusiedeln. Formation_Press_PhotoDie zwei Ritsons verstehen ihr Metier, beide beherrschen mehrere Instrumente und haben den Sound von Formation über einfache Anfänge in Form von Jamsessions gefunden. Zu Beginn frei improvisiert und mit Freunden, doch je länger desto mehr kristallisierte sich ein grooviger Sound zwischen Jazz und Pop heraus, der das Duo heute prägt. Aber die Band will sich nicht auf ein Wort wie Pop einschränken, so ist ihr Sound geprägt von verschiedensten Elementen, Loops und Wills Gesang. All dies ergibt ein hoffnungsreiches Duo, bereit die Leute mit ordentlich musikalischem Handwerk aus den Reserven zu locken. So zum Beispiel am Freitag 10. Juli am Festival de la Cité in Lausanne. Und ob Tanzfläche oder Openair-Gelände, getanzt wird garantiert.

Fat White Family: Eine schrecklich nette Familie

Fett, weiss und hässlich. Die Rede ist nicht von bierbäuchigen Rednecks, sondern von den englischen Rotzbuben der Band Fat White Family. Obschon es anzumerken gilt, dass keiner der Londoner fett ist. Weiss wie Schnee und zum Teil hässlich ist die Band zwar schon, aber mit ihrem trashigem und ordentlich psychedelischem Post-Punk geben die sechs fat-white-family_press_photoMitglieder auch einen Dreck auf Äusserlichkeiten. Es geht um die Musik, es geht um die Show und mitunter geht es auch einfach darum einen draufzumachen. Doch trotz ihres verwegenen Auftretens, die Fat White Family ist eine grosse Hoffnung der englischen Rock-Szene und räumte auch schon Auszeichnungen ab, mitunter eine des NME. Denn auch wenn die Band mal halbnackt, mal in Frauenkleidern auf der Bühne steht, was sie abliefern ist Rock vom Feinsten mit der dazugehörigen Attitüde. Und diese Kombination macht die Jungs nicht nur sehenswert, sondern auch sympathisch. Denn wo andere Bands sich zu ernst nehmen, geben die Fats schon in ihren Videos einen Eindruck, was auf einem zukommt: Schamlose Texte, dreckige Riffs und nackte Ärsche. So im Fall von Touch The Leather. Ob die 2011 gegründete Band auch in der Schweiz entblösste Hinterteile zeigt, sei dahingestellt. Dass sie aber mitreissende Songs dabei haben und ihr 2013 erschienenes Meisterwerk Champagne Holocaust über die Anlage brettern werden, das ist die Nackte Wahrheit. Zu erleben am Buskers Festival in Lugano am 18. Juli, fuck yeah.

Youngblood Brass Band: Mit Jazz um die Welt

Junges Blut haben sie zwar keines in der Formation, aber die gestandenen Musiker oder schon fast Legenden der 1998 gegründeten Riot Jazz-Truppe Youngblood Brass Band sind durch und durch Vollblutmusiker. In einer Zeit, wo junge Bands sich lieber mit Pop oder Rock probieren und Jazz bei vielen schon gar nicht auf dem Musikradar steht, schafft es youngbloodbrassband_press_photodiese Band dank langjährigem Erfolg und einer grossen und sogar prominenten Fangemeinschaft ihre Art von Musik den Menschen zugänglich zu machen. Mit einer Frische und Energie, die viele Bands erst gar nicht haben, tingeln die zehn Musiker aus Madison, Wisconsin Jahr für Jahr durch die Welt und begeistern vom renommierten Jazzfestival bis hin zum Punk Openair jedes Publikum. Ihre Mischung zwischen Jazz, Soul, Brass, Hip Hop, Blues und Einflüssen aus aller Herren Länder spricht Musikliebhaber ohne Umwege an, denn die Band weiss gekonnt die Stile miteinander zu verweben. Dies hat der Formation schon Auftritte an den grössten Festivals wie dem Roskilde, Glastonbury, North Sea Jazz, oder Blue Note eingebracht und ihnen Zusammenarbeiten mit Namen wie Talib Kweli oder Ike Willis (Ex-Frank Zappa) ermöglicht. Ihre authentische Art verbindet sie Amerikaner mit ihrem internationalen Publikum und ihre mittlerweile sechs Alben strotzen vor Abwechslung und Energie. Zusammen mit ihren Percussions, Trompeten, Saxophonen, Posaunen und ihrem Sousaphon machen die Vollblut-Musiker Ende Juli Halt in der Schweiz. Denn am 31. Juli heisst es am Waldstock Open Air in Steinhausen Horns out und ab die Show.

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Datum / Zeit

10. September 2016 - 11. September 2016 / 17:10

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