Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Die Bar Rossi ist einer der Orte in Zürich, an dem man immer wieder neue Musik entdecken kann. Deswegen ist die schmucke Kneipe der perfekte Ort für eine neue Konzertreihe in Zürich. Wir waren beim ersten Songcircle in Zürich dabei.

Es braucht oft nicht viel, um im Innersten berührt zu werden. Gerade Singer/Songwriter sind Spezialisten dafür, die Zuhörer zu berühren und zum Nachdenken zu erregen. Ich bin in der Negative White-Redaktion als Singer/Songwriter-Fan bekannt und entsprechend wundert es niemanden, dass ich mich an das erste Konzert der neuen Songcircle-Reihe gesellt und mir die drei Künstler angehört habe.

Alleine schon der Auftakt von Ana Scent, die nur mit zwei Keyboards bewaffnet ihren Auftritt bestritt, war der Besuch wert. Die Stimme – unsere älteren Lesern kennen die 4 Non-Blondes vielleicht noch – schaffte es mit ihrer rohen Präsenz jeden davon abzulenken, dass sie nur mit ihren zwei Synthies eine unglaubliche Klangwelt zu produzieren vermochte. Singer/Songwriter sind ja allgemein dafür bekannt, nur mit einer akustischen Gitarre auszukommen… An diesem Abend wurde man eines besseren belehrt. Zwei Keyboards und ein paar Effektgeräte, schon wird eine Ein-Frau-Show zu einem grandiosen Ensemble. Eine unglaublich sympathische Künstlerin, von der ich gerne mehr hören möchte.

Gaby Krapf & Horns sorgten für eine angenehme Abwechslung. Das Blas-Trio mit Trompete und Posaune schaffte es, unterstützend zum Gesang zu funktionieren und ihn nicht wortwörtlich wegzublasen. Eine sehr interessante Kombination, die ich in dieser Form noch nie gehört habe. Für mich persönlich der schwächste Act des Abends, allerdings nicht, weil die Musik nicht toll war, sondern wegen den beiden aussergewöhnlich guten Künstlern, mit denen sie sich die Bühne teilen mussten. Aber alleine die nicht ganz alltägliche Kombination ist es wert, sich die Truppe nochmals anzuhören. Hier reicht ein erster Eindruck ganz klar nicht.

Eine weitere Umbaupause später standen dann die ersten Gäste aus dem Ausland auf dem Parkett. Emily’s Giant aus Leipzig, ein knuffiges Duo von einem Schlagzeuger und einem Gitarristen. Die beiden sehen nicht nach viel aus, aber als sie zu spielen begannen, schloss man einfach die Augen und schwelgte in der Musik. Anstatt hier zu versuchen, Sonette, die Shakespeare die Tränen in die Augen, zu schreiben, sag ich lieber direkt, dass die beiden das wohl beste Singer/Songwriter-Duo sind, die ich in den letzten Jahren gehört habe. Der Druck in der Stimme und der Rhythmus, der in die Felle gehaut wird, verbinden sich zu einer harmonischen Einheit, die den Hörer erreicht und ihn in ihre Klangwelt entführt. Mit diesem einen Auftritt haben es Emily’s Giant geschafft, sich in den Kreis der Singer/Songwriter, die es zu beachten gilt, zu spielen. BAUM und North Alone, ihr habt Konkurrenz gekriegt.

Was nach diesen drei Künstler zurückbleibt, ist der Wunsch nach mehr. Die Welt ist voller wunderbarer Musiker, aber zu wenige geben diesen die Chance, ihre Musik einem breiterem Publikum zu präsentieren. Hier kommt Songcircle ins Spiel:

Songcircle ist eine neue Konzertreihe, die von Mya ursprünglich in Berlin ins Leben gerufen wurde und zum Ziel hat, heimische und ausländische Künstler einem neuen Publikum vorzustellen. Nachdem die erste Ausgabe ein solcher Erfolg war, ist es klar, dass Negative White auch über die nächsten Konzerte berichten wird. Der nächste Songcircle findet übrigens am 28. Oktober statt mit folgenden Bands:

  • Meng Tian (CH/China)
  • Ryan Tennis (USA)
  • Don’t Kill The Beast (CH)

Auch wenn man die Bands noch nicht kennt, lohnt sich ein Besuch in der Bar Rossi.