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Man darf sagen: Das Xtra war richtig voll. Schon bei den beiden Vorbands Dagoba aus Frankreich und Dragonforce aus England war die Stimmung am kochen.

Simone Simons ganz in ihrem Elemt (Foto: Matthias Hoffmann)

Simone Simons ganz in ihrem Element (Foto: Matthias Hoffmann)

Ich wunderte mich, dass ich nicht wie gewohnt ein Glas für meine Cola bekam sondern einen Becher, dies erschloss sich mir dann aber auch als ich einen Blick vom Balkon warf und sah, dass schon viele Besucher definitiv über den Durst getrunken hatten und die Becher nur so durch die Luft flogen. Die beiden Bands waren insgesamt eher auf der harten Seite zuhause und begeisterten zumindest mich nur mit den melodiösen Seiten ihrer Sets. Das Publikum hingegen war am ausrasten und ich fragte mich, ob die noch fit für Epica sein werden.

Quantensprung oder einfach nur gleich wie vorher?

Mit etwas Verspätung wurde es dann auch dunkel auf der Bühne. Der heiss ersehnte Quantensprung konnte also beginnen. Das Publikum geizte nicht mit Vorschusslorbeeren und war einfach aus dem Häuschen weil Epica da war. Leider folgte keine grosse Überraschung. Leider deshalb, weil man sich nach dem ganzen Hype im Vorfeld irgendwie etwas mehr erhofft hatte. Nicht dass Epica schlecht abgeliefert hätten – im Gegenteil – der Funke wollte einfach nicht so recht springen.

Simone Simons Stimme überzeugte wie eh und je, die Gitarren sangen ihre Lieder, Keyboard, Bass und Schlagzeug zeugten von solidem Können und routinierter Perfektion. Kein Misston erreichte das Publikum. Es war ein gutes Konzert. Aber nicht so gut, dass man mit wirrem Kopf und Kribbeln im Bauch den Saal verlassen hätte.

Netz und doppelter Boden

Die Playlist verrät so einiges. So wird gerne auf die guten alten Hits gebaut, wenn man sich etwas unsicher ist. Wir Fans wollen sie einfach hören. Am liebsten am Schluss als erste, zweite und dritte Zugabe, bis wir keine Stimme mehr haben vom mit singen.

Epica brachten die Fans schon beim 4. Song völlig zum ausrasten. Es war aber kein neuer Song, es war Unleashed, der Garant für Hände die in die Höhe schnellen und Stimmen die immer heiserer werden schlechthin.

Insgesamt fanden fünf Songs vom neuen Album den Weg ins Xtra. Somit hatten Epica ihre sicheren Songs auf der Playlist und fuhren kein allzu grosses Risiko, dass es dem Publikum nicht hätte gefallen können. Dennoch sind auch fünf Songs eine Marke, das sollte man nicht unterschätzen.

Passendes Rundherum

Insgesamt kann man sagen, dass es den Fans gefallen hat. Die Lichtshow war sehr passend zum Bühnenbild, Simone und die Band erreichten das Publikum mit ihrem Esprit und deutlichem Spass an der Sache. Einzig der grosse Quantensprung, der hat gefehlt. Die Frage die sich an dieser Stelle stellt ist… wollten die Fans überhaupt einen?

Set list:

Originem
The Second Stone
The Essence of Silence
Unleashed
Storm the Sorrow
Fools of Dammation
Victims of Contingency
The Obsessive Devotion
Cry for the Moon
Sancta Terra
Canvas of Life
The Phantom Agony

www.x-tra.ch
www.epica.nl