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In Flames und Noctiferia traten am 21. September 2011 im Komplex 457 auf. Die Stimmung war fantastisch, die Lieder nur vom Allerfeinsten und die beiden Bands sympathisch gut drauf. Ausserdem räumten beide Bands mit dem Vorurteil «Metaller müssen immer grimmig sein» auf und lächelten, zwinkerten, spassten und scherzten mit dem Publikum und gaben sich unermüdlich in ihrer Aufgabe einen guten Draht zum Publikum aufzubauen.

Es ist kurz vor acht Uhr abends und die Halle des Komplex 457 ist noch erschreckend leer. Einige Fans mussten sicherlich auf das angekündigte Konzert von In Flames und Noctiferia verzichten, aber dass so wenige erscheinen würden hätte ich nicht gedacht. Noctiferia tritt auf die Bühne und die Halle ist noch nicht mal zur Hälfte gefüllt. Die slowenische Band lässt sich davon nicht beirren und ermutigt alle Beteiligten sich von der Musik mitreissen zu lassen, zu springen, zu headbangen und sogar ein Circle Pit wird vom Sänger Gianni Poposki angerührt und die Metalfans tun ihm den Gefallen. Und wie durch ein Wunder, als ob sich die bombastische Stimmung innerhalb von Sekunden rumgesprochen hätte, füllt sich die Halle nach dem zweiten Song schlagartig. Zwar möchte man nicht sagen, dass es überfüllt ist, aber eine Kuschelstimmung kam wohl schon auf. Zwischen harten Gitarrengriffen und deftigen Bassklängen steigt die Laune und die Leute feiern, schreien und singen mit.

Kurz nach neun Uhr wird eine Pause eingelegt, die Bühne wird umgebaut und man hat Zeit sich ein Bier oder ein anderes Getränk zur Stärkung zu kaufen. Dann ist es so weit, die schwedische Melodic-Death Metal Band In Flames betritt die Bühne. Es werden sowohl Lieder vom neuen Album, sowie auch Klassiker von den alten Alben und sogenannte Underground-Lieder gespielt, die man nicht kaufen kann und nur live gespielt werden, so gesehen Bonustracks. Ausserdem lassen sie sich echt was für die Fans einfallen. Als Beispiel wäre zu nennen, dass die Band das Mikrofon ins Publikum gab, eine Kamera aus dem Publikum ausgeliehen hat und sich selbst während eines Liedes fotografiert hat (natürlich gaben sie die Kamera danach zurück) ausserdem durfte ein Fan auf die Bühne um während eines Liedes die Band, die Menge und alles drum herum zu filmen. Also für alle, die das Konzert verpasst haben, gibt’s den kleinen Trost, dass hoffentlich bald viele geniale Videos und Fotos im Internet auftauchen werden.

Fazit des Abends: Es waren wahnsinnig energiegeladener Metal mit intensiven Klängen und die Stimmung war fantastisch. Beide Bands bemühen sich um Fan-Kontakt und liessen sich immer wieder neue Sachen einfallen. Männer in Röcken können gut aussehen und nichts von ihrer männlichen Ausstrahlung verlieren. Ein Lächeln bringt gute Laune und ist extrem ansprechend, man muss nicht „böse“ sein, nur weil man der schwarzen Szene angehört. Beide Bands sorgen garantiert für ein Konzert, das sich lohnt sich anzuschauen.