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Aus der ganzen Schweiz kamen Fans angereist. Teilweise sogar aus den Nachbarländern und bewiesen mal wieder, dass die Red Hot Chilli Peppers noch genau so rocken wie am Anfang ihrer Karriere. 40’000 Plätze wurden insgesamt verkauft, das Stade de Suisse war gerammelt voll.

Anthony Kiedis rockt das Stade de Suise (Roman Gaigg)

Anthony Kiedis rockt das Stade de Suise (Foto: Roman Gaigg)

 

Die Vorband Tinariwen sorgte für angeregte Diskussionen im Publikum. Kurz vor sieben betraten die Musiker die Bühne und begannen ihre Show. Dazu trugen sie die traditionelle Kleidung der Tuareg, einem Wüstenvolk der Sahara, inklusive den Chèche, der traditionellen Kopfbedeckung. Anders als im Islam das Kopftuch, hat der Chèche vor allem einen nützlichen Hintergrund: Die Tuareg tragen ihn, um sich vor Sandstürmen zu schützen. Die Tuareg (Wüstennomaden) gehören in der heutigen Welt leider einem aussterbenden Volke an. Die Kämpfe, die dieses Volk ausfechten musste und bis heute andauern, spiegeln sich in ihren Texten wieder. Dazu verbindet die Band traditionelle Musik mit neuen Elementen der heutigen Rock- und Popmusik. Das Ganze wirkte im ersten Moment sehr gewöhnungsbedürftig, jedoch sah man deutlich die ungemeine Freude der Band. Diese liessen sie in ihre Musik einfliessen und feierten und tanzten auf der Bühne. Leider gelang es ihnen nicht, das unglaublich ignorante Schweizer Publikum zu begeistern. Nur vereinzelt wurde geklatscht oder mitgetanzt. Was sehr schade war, denn die Band spielte ein grossartiges Konzert, bedankte sich immer wieder, dass sie hier sein dürfen und brachten durch ihre Musik so viel Lebensfreude, dass man, nachdem man seine Vorurteile beiseitegelegt hatte, sehr gut verstehen konnte, warum sie die Vorband der RHCP waren.
Tinariwen spielten ziemlich genau eine Stunde und überliessen dann den Technikern die Bühne. Fleissig wurde alles für die lang ersehnten RHCP vorbereitet.

Kurz vor halb neun erschienen sie dann unter tosendem Applaus auf der Bühne. Flea (Bassist) und Kiedis (Gesang) mit freiem Oberkörper und obwohl es im Verlauf des Abends immer kühler wurden, gaben sie so mächtig Gas auf der Bühne, dass ihnen nicht kalt wurde. Josh Kinghoffer (Gitarrist) der erst seit 2010 in der Band spielt, erntete Sympathiepunkte, indem er trotz offensichtlicher Nervosität eine fantastische Show abzog und sich kein einziges Mal verspielte. Und Chad Smith (Drummer) sorgte für gigantische Drum-Solos und überzeugte vor allem in der Zugabe.

Die Trackliste war abwechslungsreich gestaltet und bot am Anfang zum Aufwärmen des Publikums ein paar Klassiker wie Around the World und Otherside. Danach spielten sie auch noch Califonication und Under the Bridge. Sogar ein paar Lieder aus den alten Alben wurden wieder hervorgeholt. Zwischen den Songs wurden immer wieder interessante Bass und/oder Gitarrensolos eingebaut oder eingeplante “Duelle” zwischen den beiden. Die Band war bester Stimmung und hat das Publikum mit ihrer guten Laune mitreissen können. Auf der Bühne wurde rumgewitzelt, zum Takt gesprungen und “geheadbangt”, die Vorband für ihr grosses Herz und ihre Leidenschaft gelobt, Geschichten über “dropped testicles” erzählt und beim Lied Throw away your Television entzückte Kiedis mit freundschaftlichem, humoristischem Popoklopfens des allseits geliebten Bassisten Flea. Alles in allem eine gelungene und wirklich energiegeladene Show!
Einzig zu bemängeln gewesen wäre, dass am Anfang die Soundeinstellung noch nicht richtig eingespielt waren und es deshalb den Ton bei den ersten paar Liedern ein paar Mal überrissen hatte. Dieses Problem wurde dann aber zum Glück bis zur Mitte des Konzerts behoben. Von diesen 50-jährigen Rockstars kann sich so manche junge Band noch was abschauen. Denn selten erlebt man solchen Enthusiasmus, Liebe zur Musik und dazu noch solch energiegeladene Shows.

Wer keine Karten mehr gekriegt hat oder sich das Konzert nochmal anschauen möchte, der sollte folgender Website einen Besuch abstatten: http://www.livechilipeppers.com/.

http://www.youtube.com/watch?v=IrSWSsZ90gc