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Egal ob im eigenen Club oder seit 2006 in der Alten Kaserne in Winterthur: Die «END» ist als Kult-Gothicparty in der Szene bekannt – und beliebt. Nach einer längeren Pause hat das Endstation-Team bis zu dem Grufti-Jahresevent gewartet, um ihr Comeback strategisch getimet zu platzieren. Am 28. Oktober war es soweit: Die Endstation HALLOWEENparty!

Bereits im Vorfeld munkelte, grummelte und wummerte es in der Schwarzen Szene. Die Dunkelkult-Party war längst bei allem auf dem Radar und die Vorfreude darüber schlängelte sich über Internet-Kommentare in die schwarzen Gemüter. Vorfreude und ein winziger Anflug von Besorgnis: Wird das Revival den alten Partys vor 2013 gerecht werden? Wen werde ich alles wiedersehen? Was soll ich bloss anziehen?!

 «Dass es am Schluss fast doppelt so viele Partygäste waren wie erwartet, hat uns auch überrascht.» 

Und da war sie: Die Party! Und da waren sie: Die Gäste! In Scharen kamen sie herbeigeströmt – Harley Quinns, Jokers, Voodoo-PriesterInnen, Freddy Kruegers, Zombies, Krankenschwester, Mördernonnen… Fast 400 Partypilger fanden am vergangenen Samstag ihre «Endstation» in der Alten Kaserne. Laut den Veranstaltern nahezu doppelt so viele wie erwartet! «Damit hätten sie rechnen müssen», meinte ein Tanzgast. «Nach so vielen Jahren endlich wieder eine Endstation? War doch klar, dass keiner sich das entgehen lässt.»

Unverhofft kommt doch nicht so oft!

«Ein grosses Dankeschön auch an alle Leute, die am Schluss geblieben sind und uns geholfen haben aufzuräumen.»

Der Kellerkinder-Ansturm hat die eigentlich partyversierte Endstation-Besatzung doch recht unvermittelt getroffen. Klar haben sie sich auf die Wiederaufnahme ihrer Partyserie gefreut, aber dass sie so unglaublich viele treue Anhänger haben, haben sie sich nicht zu wünschen gewagt.

So drohte beispielsweise die Garderobendame um ca. 01:00 Uhr als Alleinkämpferin gegen die Mäntelböen zu ertrinken, während die Barmaiden und -piraten nach 01:30 Uhr biertechnisch beinahe schon auf dem Trockenen lagen. Die dunkle Meute brachte das Endstation-Schiff ganz schon ins Wanken.

Dann aber zeigte sich, wie loyal die End-Fans doch tatsächlich sind, denn rettende Musikwellenreiter eilten herbei und unterstützten die Garderobenkriegerin, die Kassenhüterin und den Torwächter erfolgreich. So hat die Endstation gerade nochmal die Kurve gekriegt – und wie!

Dank des rotierenden Crew-Karussells wurde die Party zum Nach(t)knaller. Vor einer speziell für den Anlass installierten Fotowand konnten sich die aufwändig selbstinszenierten Dunkelmonster einfangen lassen, auf der Tanzfläche wurde eifrig gestampft und die Bretter zum Bersten gebracht und vor der Kaserne haben sich neue und alte Wegbegleiter (wieder)gefunden und das End-Spektakel als durchaus gelungenes Event Lob besungen. 

Ohne Kritik wächst man nicht

«Dass wir so nicht jeden der Anwesenden glücklich machen können, ist uns durchaus bewusst.»

Es gibt ja immer welche… Und geht immer etwas mehr. 

Natürlich wurden auch zu diesem Event Kritikpunkte laut. Hätte man doch mit so vielen Leuten rechnen müssen und sowohl die Getränke- als auch die Personalplanung dementsprechend angepasst. Hätte man doch bedacht, dass Goths bei der Musikabfolge Techno – Metal – Gothic ins Stocken geraten würden. Hätte man doch mehr Fotografen aufgeboten, um den ganzen Event umfassender einzufangen. Hätte man doch bezüglich Deko mehr Kreativität walten lassen… Hätte, hätte, Gruftikette. 

Aber wusstest du, lieber Kritiker, dass im Vorfeld beispielsweise beim DJ-Pult eine Musikwunschliste lag, und die DJs versucht haben, die eingetragenen Wünsche zu berücksichtigen? Oder dass der Fotograf unentgeltlich gearbeitet hat? Oder das die Veranstalter beinahe 24 Stunden auf den Beinen waren, um dir ein grandioses Event zu präsentieren?

Die Veranstalter sind sich durchaus bewusst, dass sie nicht jeden zufrieden stellen können und dass immer etwas mehr geht. Auch dessen, dass es weder ohne treue Helfer noch ohne loyale Fans geht. Und vor allem nicht ohne getreue Gäste.

Deshalb versuchen sie sich sisyphusorisch der Partyperfektion anzunähern und nehmen offenkundig alle Verbesserungsvorschläge als Ansporn entgegen, um in dankbarer Manier ihren dunklen Tanzgefährten am 27. Januar 2018 erneut mit einer kultigen «Endstation» aufzuwarten – so, wie es immer schon war.