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Die Bühne – klein und gemütlich – erinnerte ein wenig an Omas Wohnzimmer mit der kleinen warm leuchtenden Retrolampe, dem Piano und Kerzenständer.  Es ist die Atmosphäre, die an diesem Abend genau das wiederspiegelt, was  Singer-Songwriter Tom Lüneburger auf der Bühne präsentierte: Musik voll von Emotionen, ganz reduziert und nur begleitet von einer Gitarre und den Klängen des Klaviers.

Die Strassen in Potsdam waren leer, an der Schiffsbauergasse wehte ein kühler Wind, und starker Regen prasselte auf die Kulturstätten rund um das Gelände der Potsdamer Fabrik. Vereinzelt nahm man Menschen vor dem Eingang wahr, hastig zogen sie an ihren Zigaretten, bevor sie sich in den kleinen, warmen Saal begaben. Dieser füllte sich bis zum Auftritt des Singer-Songwriters Tom Lüneburger zusehends. Das Publikum zeigte sich als eine Mischung aus jungen, alternativen Musikliebhabern und älteren Pärchen, welche sich bald einmal gemütlich auf den schwarzen Sofas platziert hatten. Eine entspannte Atmosphäre zwischen warmem Licht und klatschendem Publikum empfing kurz vor 22 Uhr den Sänger und seinen Pianisten.

Tom Lüneburger, der noch bis 2006 als Sänger der dreiköpfigen Band Myballoon galt, hat bereits über mehrere Jahre Erfahrungen im Musikbusiness gesammelt und diverse Preise gewonnen. Um die damalige Bandauflösung zu verarbeiten, begann Lüneburger Songs zu schreiben, woraus 2010 schliesslich sein erstes Soloalbum Good Intentions entstand. Damit spielte der gebürtige Potsdamer über 120 Konzerte in Deutschland, Österreich und der Schweiz, wobei er auch als Support verschiedenster Künstler auftrat. Auch damals beschränkte sich der Sänger schon auf das Wichtigste: seine Stimme und seine Gitarre. Ein Rezept, das zu funktionieren scheint – auch in der Fabrik in Potsdam. Charmant und um keinen Spruch zu schade präsentierte Tom Lüneburger zusammen mit seinem Pianisten – einem ehemaligen Bandkollegen – Songs seines alten, aber auch Stücke seines eben neu erschienenen Albums Lights. Als Highlight daraus gilt unter anderem das Duett mit der Silbermond-Sängerin Stefanie Kloss zum Song We Are One. Die Zusammenarbeit dazu entstand durch eine langjährige Freundschaft zwischen Lüneburger und den Bandmitgliedern von Silbermond. Dass Stefanie Kloss termintechnisch an diesem Abend nicht vor Ort sein konnte, tat der Sache keinen Abbruch, das Publikum freute sich über die bereits bekannten Klänge und vereinzelt vernahm man sogar Stimmen, die den Text leise mitsangen. Um die teilweise fast schon zu zerbrechliche Stille aufzuheitern, erzählte Lüneburger kleine Anekdoten aus seinem Leben als Sänger und machte sich  mit Anspielungen auf aktuelle Castingshows lustig. „Ruft für uns an, wir haben die Endziffer 04!!!“ – war nur einer der Sprüche, die das Publikum mit lautem Lachen und unterstützenden Zwischenrufen entgegennahm. Dabei ist den Fans des Sängers bewusst: dieser Mann macht Musik aus Leidenschaft, liebt seine intimen Auftritte mit Wohnzimmerflair. Und das gefällt!