Prog-Rock meets Klassik meets Electronica meets Indie-Pop. Haben sich Emanuel & The Fear zu viel vorgenommen? Eine Gegenüberstellung.

Liebe Medienschaffende

Ihr werdet eure liebe Mühe haben, wenn es darum geht, The Janus Mirror zu schubladisieren. Elektronisch aufgepimpter 70er-Jahre-Prog? Souliger Indiefolk? Orchestraler Bombastrock?
Was auch immer, Emanuel Ayvas und seine Mitstreiter, von denen einige auch bei The National, Sufjan Stevens oder From Autumn To Ashes spielten bzw. spielen, haben die Vision eines seltsamen zweiköpfigen Monsters in ein aussergewöhnliches Album umgesetzt, das Genregrenzen sprengt.

Frank Lenggenhager, Laustark Music GmbH

 

Liebe Hörer

Zur einleitenden Frage: Nein, haben sie nicht. Tatsache ist, dass sich der Sound der acht Songs starken Scheibe von Emanuel & The Fear nicht so leicht einordnen lässt. Doch alle diese verwobenen Einflüsse, die sich in den Liedern neu erfinden greifen ineinander wie die Zahnrädchen einer gut geölten Maschine. Immer wieder lassen die Musiker das fein säuberlich aufgebaute Konstrukt mit dramatischen Gesten einstürzen, sprengen mit Tempo- und Lautstärkewechsel die Gewohnheit innerhalb eines Songs. Der Hang zum Epos geäussert durch die geschickt platzierten Streicher-Elementen, brechen mitten im Lied unbekannte Strukturen hervor, die so einen Song in einem Song entstehen. Wir haben es hier mit opulenten Werken à la Led Zeppelin zu tun.
Bei aller Vielfältigkeit schafft es das Ensemble doch Akzente wie das markante Bass-Intro bei Samuel zu setzen. Und auch wenn The Janus Mirror nicht der Sound ist, mit dem man sich auf ein Freitagabend-Saufgelage einstimmt, bleibt das Album eine Perle für Fetischisten virtuoser Klanggebilde und solche, die sich gerne auf eine Traumwanderung mit fantastischer musikalischer Untermalung einlassen.

Release: 14. September 2012
Label: Haldern Pop Rec.

Line-Up
Drums – Jeff Gretz / Bass – Gil Goldin / Synth/Flute – Nic Cowles / Violin/Vocals – Liz Hanley / Cello – Brian Sanders / Guitar/Keys/Vocals – Emanuel Ayvas

Tracklist
01. The Janus Mirror
02. Samuel
03. Grey Eyes
04. Wooble
05. Foothills of a Fire
06. Black Eyes
07. My Oh My
08. All We All