Bestuhlt fasst das Hallenstadion 8’500 Personen. Diese waren am 3. Dezember auch vollzählig anwesend, als es hiess: Bühne frei für Elton John. Da es von seiner unglaublich langen Karriere unzählige Konzertberichte gibt, schreibe ich darüber, wie es mir bei diesem Konzert erging. Einer Person, die gerade die wichtigsten Hits des Künstlers kennt.

Elton John berührte im Hallenstadion (Foto: Matthias Hoffmann)

Elton John berührte im Hallenstadion (Foto: Matthias Hoffmann)

Der Altersdurchschnitt bei diesem Konzert in Zürich war doch etwas höher. Das erklärt sicher auch, warum die Fans nicht vor der Bühne stehen mussten, sondern bequem sitzen durften. Noch während ich mich auf meinem Presseplatz am Einrichten war, atmete ich einmal tief durch. Die angekündigten drei Stunden Konzert schienen mir dann doch etwas sehr lang; mit einem Mann, der einfach am Flügel sitzt. Dennoch freute ich mich, diese Grösse live erleben zu dürfen. Er feiert zurzeit den Release des Albums Goodbye Yellow Brick Road vor 40 Jahren.

Links und rechts von mir sassen so richtige «Hardcore-Fans», wenn man sie so nennen darf. Sie rätselten, welche Songs wohl gespielt werden würden und ich dachte bei mir: Es sind drei Stunden… es werden sicher alle sein. Innerlich schmunzelte ich und schon wurde es dunkel.

Lizenz für den Glitzeranzug

Nach einem schier endlos anmutenden Intro gingen die Spots an und leuchteten Elton John an seinem Flügel komplett aus. Es gibt meiner Meinung nach zwei Männer, die legitimiert sind, glitzernde Anzüge zu tragen – Elton John ist einer davon. Es passierte innert Sekunden das, womit ich nicht gerechnet hätte. Gänsehaut machte sich auf meinen Armen breit. Ein bisschen Ehrfurcht ebenso und schlussendlich Dankbarkeit, dass ich dabei sein darf, an diesem Abend.

40 Jahre Band auf der Bühne

Die riesige Bühne wurde von der Band komplett eingenommen. Im Hintergrund, auf einer LED-Wand, liefen Muster und Filme, die immer wieder einen Kontext zu den Songs herstellten. Auch wurde für die Leinwandübertragung sehr professionell gefilmt. Ebenso professionell war die Band, die mit den Kameras spielte, als hätten sie ihr Leben lang nichts anderes gemacht. Haben sie wohl auch nicht, denn die Elton John Band besteht seit 1970. Leute, das sind über 40 Jahre, die diese Männer schon auf der Bühne stehen! Das ist länger, als die meisten von uns auf der Welt sind. Und das liess mir gleich nochmals die Gänsehaut über die Arme jagen.

Auch liess Elton John es sich nicht nehmen, sich nach jedem Stück zu verbeugen, den Applaus des Publikums in sich aufzusaugen. Die Stimmung war einfach bombastisch und nicht zu überbieten. Schon das dritte Lied war Candle in the Wind. Und ich muss sagen, ich war richtig geflasht. Ein Lied, welches ich eigentlich viel zu oft gehört habe in meiner Jugend. Live schwang darin so viel Liebe und Leidenschaft mit, so dass ich mit meinen Sitznachbarn in verzücktes Schniefen verfiel. Und so flogen die Minuten und Stunden nur so dahin. Man konnte sich nicht satt sehen an dem Mann, der in die Tasten haute, als wäre es das letzte Mal.

Und dann – mit Circle of Live – fand das Konzert sein Ende. Glückliche Menschen strömten aus dem Hallenstadion, die sicherlich alle noch Stunden hätten zuhören können.

Fazit

Eine energiegeladene Show, die trotz der wenigen Action auf der Bühne irgendwie nicht langweilig wurde.