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Die Live-Qualitäten der deutschen Band Subway To Sally sind längst kein Geheimnis mehr. Vergangenen Sonntag riefen sie zur «Eisheiligen Nacht» im Z7 und dominierten diese klar, obwohl mit Megaherz und Letzte Instanz gestandene Bands voran gingen.

Die Neue Deutsche Härte haben sich Megaherz wahrlich verinnerlicht. Doch trägt die Gruppe schwer am Verlust von Alexander Wesselsky, der mit Noel Pix nach dem Abgang bei Megaherz die erfolgreichen Eisbrecher gründete. Das Erscheinunngsbild des Sängers Lex, der seit 2007 bei den Münchner rockt, erinnerte rein äusserlich bereits an Wesselsky: Kahler Kopf, markante Gesichtsbehaarung und stramme Kleidung. Auch das Macho-Getue auf der Bühne kam schrecklich bekannt vor.

Megaherz nutzte den Auftritt in der Schweiz, um auf das kommende Album Götterdämmerung hinzuweisen und stellte auch einige Songs wie Mann Im Mond daraus vor. Ständig wurde das Publikum von den Musikern aufgefordert, mitzuklatschen, was zu Beginn zwar die laue Stimmung etwas hob, doch nachdem praktisch in jedem Song bei jedem Refrain die Forderung gestellt wurde, begann es mehr zu nerven.

Als Wirbelwinde sind die Instrumentalisten um Sänger Holly Loose bekannt. Letzte Instanz weiss zweifellos wie gefeiert wird. Zahlreiche Songs aus dem Set waren dem letzten Album Heilig entnommen, so auch die Eröffnung Dein Gott. Der Sound war anfangs schrecklich abgemischt. Glücklicherweise wurde die E-Violine schnell mehr in den Vordergrund des Klangbilds gerückt. Holly schien sich dann bei einem Sprung von einem Podest das Knie schmerzhaft verdreht zu haben. Dieses Unglück schränkte seine Beweglichkeit deutlich ein. Dafür sprangen die Mitmusiker in seine Lücke. Und das mit Erfolg. Letzte Instanz machte den enttäuschenden Auftritt von Megaherz Wett und heizten das Publikum gehörig ein, so dass sie bereit für die Hauptattraktion des Abends waren.

Eine Show von Subway To Sally ist pures Vergnügen, ein musikalischer Höhenflug. Mittelalterliche Instrumente unterlegt mit direkten und heftigen Rock- und Metal-Klängen laden das Publikum zum Hüpfen und Haareschütteln ein. Tragisch, dass die Band die Besucher zu einem Circle Pit auffordern musste, doch es fanden sich genug Willige, die blaue Flecken in Kauf nahmen. Subway To Sally stellten ihr neustes Werk Schwarz in Schwarz vor. Der Auftritt war aber kaum dunkel, sondern geprägt durch effekthaschende Pyroeffekte. Die Zuhörer dankten der Band für Songs wie MMXII, Tanz auf dem Vulkan oder Die Trommel mit frenetischem Applaus. Hervorragend war auch die rockige Version von Wenn Engel hassen.

Selbst wenn das Z7 nur bis zur Hälfte gefüllt war, herrschte eine mitreissende Stimmung während des Konzertes. Eric Fish ergänzte mit kleinen Kommentaren zwischen den Liedern. Als die Zugaben nach den obligaten „Blut, Blut, Räuber saufen Blut“-Rufen anstanden, gab sich die Band humorvoll und schmückte sich die Häupter mit Weihnachtsmannmützen aus dem Publikum.