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Letzten Freitag heizten die Jungs von Kraftklub den Komplex 457 gar so stark ein, dass der Feueralarm losging. Eine Rekapitulation des Abends mit Ausschnitten des Liedes «Gestern Nacht» vom neuesten Werk «In Schwarz».

2015-02-20_kraftklub2

Foto: Marie Gfeller

 

…Weil du stinkst nach Rauch und du stinkst nach Schnaps. Yeah, gestern Nacht war richtig fett, sagen zumindest die Fotos im Internet.

Genau so. Zum Schnaps kommt noch eine Menge Bier dazu und zu den Fotos kommen noch Videos. Wände und Decke tropften, gegen Ende des Konzerts gingen mit einem dumpfen Geräusch die Fenster mechanisch auf, heisse Luft konnte entweichen, eine erfrischende Kälte machte sich breit. Das Publikum umgab einen Dunst, es wurde getanzt was das Zeug hielt, T-Shirts und Schuhe landeten auf der Bühne.

Ach, ich könnte verrückt werden, ich würde alles tun, um bei ihrer Fete mitzumachen!

Felix Brummer widmete den Fehlenden eine Rede. Ob jemand denn auch einen Freund, eine Freundin hätte, die krank geworden sei oder kein Ticket mehr bekam. Und dann wird mal kurz bei jemandem angerufen, über’s Mikro übertragen. «Na, da simmer gespannt. Hallo, hier is Felix von der Band Kraftklub, warum bist du nicht hier?» – Die Antwort fiel spärlich aus.

Ganz langsam, Stück für Stück kehrt die letzte Nacht in mein Gedächtnis zurück.

 

kraftklub

Mit AC/DC’s Back in Black betraten die fünf Chemnitzer Jungs die Bühne. Die Fans, bei der Vorband noch sehr spärlich was Bewegung, Klatschen und Mitsingen anging, zeigten ab Erklingen des ersten Tons vollen Einsatz. Viele trugen Poloshirts und Hosenträger, ganz getreu dem Outfit der Band. Kraftklub zählt eine grosse Fangemeinde, die sie auch gut pflegt ­– während des Konzerts wird auch viel mit dem Publikum kommuniziert. Die Band hat den Dreh raus, wie man ordentlich feiert. Bei Drei Schüsse in die Luft schiesst aus der bekannten Kartonhand, die Frontmann Felix Brummer trägt, ein Feuerwerk, drei mal nacheinander. Auch Songs für Liam wird mit dem bekannten Gesumme des der Beatles entnommenen Stücks Hey Jude ausgebaut, um dann wieder zurück zum Refrain zu gelangen. Und da kommt noch Konfetti. Alles in allem, eine tolle Bühnenshow!

…Ja, jedenfalls alles eskaliert.

Sowohl bezogen auf die Menschenschlangen, die man überall vorfand, als auch auf die gefühlte 90%ige Luftfeuchtigkeit, die Bierduschen und den riesigen Circle Pit bezogen.

…Nur ich Pfeife war nicht dabei.

Das dachten sich wohl einige, die letzten Freitag nicht teilnehmen konnten. Konzerte von Kraftklub sind ein Garant für solche Aussagen:

…Doch kein Problem, du wirst mir noch wochenlang erzählen von gestern Nacht.

Nach knapp zwei Stunden verabschiedet sich die Band von der Bühne und schliesst mit dem Lied Funky (aus diesem Grund) der Band Tic Tac Toe. Von Anfang bis Ende konzipiert und doch sehr authentisch. Die Band umgibt solch einen Enthusiasmus für ihr Tun, die Konzerte machen ihnen spürbar grosse Freude. Dies begünstigt auch die feierliche, ausgelassene Stimmung im Publikum.