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Am Donnerstag liessen sich im Salzhaus harter Punkrock und bester Reggae trauen. Die Brautjungfern nannten sich Metal, Dubstep sowie Drum’n’Bass und der Pfarrer hiess selbstverständlich Skindred. Eine schweisstreibende Angelegenheit.

Es wurde nicht zu viel versprochen mit der Ankündigung, dass das Publikum im Salzhaus kochen wird. Bei der Schweizer Vorband Henchman wusste man zuerst zwar noch nicht, wie der Abend verlaufen wird, doch das scheue Publikum taute dann irgendwann auf. Nachdem der Sänger Roger Hämmerli alle gebeten hat ein paar Schritte näher zu kommen, wurde der Sicherheitsabstand zur Bühne erfolgreich aufgelöst. Die dreiköpfige Schweizer Band legte ein sauberes Konzert hin, was das Instrumentale betraf, doch das Vocal überzeugte mich bei weitem nicht. Der Winterthurer Band wurde zum Schluss dennoch einen herzlichen Applaus gegönnt, worüber sie sich sichtlich freuten.

Zuviel Energie durften die Fans aber sowieso nicht verpuffen. Skindred ging von der ersten bis zur letzten Minute ab, was das Zeugs hielt. Sänger Benji Webbe liess keine Verschnaufpause zu und animierte das Publikum mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung standen: Seine Stimme, seine Gesten und Bewegungen sowie seine Mimik, mehr brauchte er nicht. Eine grandiose Leistung. Es gab wirklich nur ganz Wenige, welche still stehen konnten. Webbe war extrem fordernd. So quittierte er das wohl zu lahme Echo von der einen Publikumsseite mit «Fuck off!» und wandte sich der anderen Flanke zu. Diese sang ihm wohl zufriedenstellend laut nach und er war wieder versöhnt. Er als Typ mit seinem Aussehen und seiner manchmal diabolischen Art besitzt eine latente Dominanz. Dieser Eindruck wurde von seinem Look und natürlich auch dem gutturalem Gesang bestens unterstützt. Und so konnte er auch getrost darauf warten, bis alle seinen Anweisungen Folge leisteten; denn es dauerte nie lange bis alle mitmachten.

Aber Skindred wäre nicht Skindred, wenn sie nicht auch anders könnten. Und so versprühten sie mit den weniger harten Reggae Beats eine fröhlich-heitere Lebensfreude. Sie durften es sich auch erlauben, Einlagen wie Single Ladies von Beyoncé Knowles zu bringen, ohne dass die Stimmung verloren ging. Ein paar verdutzte Blicke und schon wurde fleissig weiter getanzt und gefeiert. Webbe gefiel dies und bestätigte, was alle Anwesenden schon wussten; das Internet sei eine feine Sache, aber es gebe halt zu viele Leute, welche sich öde Youtube Filme zu Hause reinziehen. Besser sei es, wenn man zum einem real f**ing Konzert gehe und daran teilnehme. Wie Recht er doch hat!