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Sie sprechen leise, sie spielen bedächtig. Trotzdem klingen sie so stark, dass man sie nicht überhören kann. Big Deal erschufen für die dreissig Gäste, die diesen Nieselregen-Abend im Eldorado verbrachten, eine Atmosphäre, die sowohl die Verträumtheit und Nahbarkeit als auch die absolute Hingabe zur Musik von Alice Costelloe und Kacey Underwood zeigt.

„Ach, wir sind übrigens Big Deal„, flüstert Kacey Underwood nach dem dritten Song ins Mikrofon, so als wäre es fast schon ein bisschen zuviel verlangt, dass er für zwei Sekunden seine Gedanken auf etwas anderes als seine Gitarre, seine Musik lenken muss. Wie auch seine Kollegin Alice Costelloe spielt er fast beiläufig, so gefangen, professionell, und doch auf eine Art, die sagt: Das hier ist das Wichtigste für mich.

Die Band von nebenan

Äusserlich sind Big Deal gänzlich unglamourös. Das passt zu ihrer freundlichen Reserviertheit, die niemals unhöflich wirkt, sondern davon zeugt, dass es nicht darum geht, sich zu präsentieren; Alice Costelloe hat langes, gerades blondes Haar und sieht unauffällig aus; Kacey Underwood erinnert an einen ewigen Studenten, ein bisschen verloren, aber umso mehr überzeugt von sich selbst. Aber auch so, als merke er gar nicht richtig, was los ist. Paradoxerweise hat der Voract mehr Zuschauer als Bid Deal, denn bei ihm sieht die Band noch selbst zu. Knapp dreissig Leute stehen betreten herum, die Stimmung, die Big Deal sehr wohl heraufbeschwören, verliert sich irgendwo hinter dem älteren, bunten Herrn, der in fliessenden Bewegungen und vollkommen eingenommen von der Musik, tanzt – als einziger. Draussen nieselt es; eigentlich das perfekte Wetter, um sich ein Konzert einer Londoner Band anzusehen.

Kompromisslos gut

Leicht sphärisch klingen Big Deal, aber ohne das Anstrengende, Langgezogene, Zermürbende. Sie haben etwas rassiges: „Driving in your Car / I wanna be wherever you are / Asleep in the backseat / There’s nothing more that I’ll ever need“ (In Your Car). Es sind einfach Lyrics und einfacher Sound; aber einfach gut. Alice Costelloe’s und Kacey Underwood’s Stimmen sind freundlich und unaufdringlich, aber selbstbewusst, sie klingen gut zusammen, brauchen einander fast. Und ganz eindeutig hat der Gesang zweite Priorität: er ist Begleitung, imitiert die Instrumente, Gitarre und Schlagzeug geben den Ton an. Und sie beschwören die Stimmung, die einem Bilder vom einfachen Leben in englischen Vororten vor das innere Auge zaubert: „We don’t ask for much / Just what was promised us / We don’t want the World / Just a House and a little Girl“ (Dream Machines).

Traummaschinen

Wenn es darum geht, was man von Big Deal noch erwarten darf, so reicht ein halbes Ohr voll von Dream Machine vom neuen Album June Gloom:

I’ve been dreaming of dropping out | Will it matter if I’m around?
All we need is light | What’s mine is yours and yours is mine
And we got it right | No one told us how to fight.Dream Machines