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Ein Wiedersehen der musikalischen Art

Das Zürcher Electropop-Duo Wolfman und das Zürich Openair mögen sich: Vor drei Jahren noch vor ihrem ersten Album-Release im Programm, entzückte die Band um Angelo Repetto und Katerina Stoykova dieses Jahr mit ihrem zweiten Album «Modern Age» und trotzten dabei sowohl Hitze als auch der Festivalmüdigkeit von Tag Vier.

Wären die eisernen Bodenplatten hinter der Bühne nicht voller Staub und Dreck, man hätte sie vor lauter Hitze zur Zubereitung von Spiegeleiern und Speck nutzen können. «Wir sind ja schon froh, wenn sich die Leute bei diesen Temperaturen um 17 Uhr schon vor die Bühne wagen», meint Katerina von Wolfman. Die Sängerin des Zürcher Duos ist sichtlich froh, nicht wie ursprünglich geplant um 14 Uhr auf der Main Stage auftreten zu müssen, sondern später im rettenden Schatten der Tent Stage des Zürich Openairs spielen zu können. Ob dies jedoch auch hilft, mehr Leute vor der Bühne zu haben, sei schwierig zu sagen: «Du bist an einem Festival eine von vielen Bands. Und dann kommen noch Faktoren wie das Wetter und der Kater vom Vorabend dazu, wenn es um die Planung der Besucher geht», meint Katerina mit einem Schmunzeln.

Alles andere als verkatert oder sonnenverbrannt sind sie und ihr Bandkollege Angelo Repetto. Die beiden freuen sich auf ihren Auftritt, ist es doch auch eine Art Wiedersehen: 2013 hatte die Band noch vor dem Erscheinen ihres Debütalbums Unified die Möglichkeit am Zürich Openair aufzutreten. Nun, drei Jahre und ein Album später, kehren die Indie-Helden aus der Limmatstadt zurück. «Das Konzert hier ist erst das dritte mit unserem neuen Album, wir springen also nach der Plattentaufe im Exil und einem Auftritt im Seebad Enge direkt auf die Openair-Bühne. Klar haben wir die neuen Lieder beisammen, doch ist es noch eine Suche nach dem perfekten Setup. Und die Routine muss sich auch erst noch einpendeln», meint Sänger und Gitarrist Angelo auf die Frage, ob das Live-Konstrukt zu den neuen Stücken schon steht.

Der Auftritt der Band, die live auf der Bühne von Schlagzeuger Markus Brütsch (Len Sander) und an den Keys von Olivier Zurkirchen komplettiert wird, wirkt jedoch alles andere als orientierungslos oder nach einer Band, deren frische Lieder noch gedeihen müssen. Das Set von Wolfman nimmt von Song zu Song mehr Form und Farbe an und die herzliche Art der Band zieht merkliches Publikum an. Nichts zu merken von Sonnen-Überdrus oder Ermüdungserscheinungen der Festivalbesucher. Die Harmonie von Katerina’s und Angelo’s Gesang ist sinnbildlich für die fröhlich tanzenden Leute vor der Bühne – und da hat es längst nicht nur Stadtzürcher. «Danke fürs frühe Erscheinen!», meinten die Zwei mit einem Strahlen zu ihrem Publikum und liessen zwischendurch sogar Wolfman-Feuerzeuge oder gar ein Album ins Publikum gleiten.

«Das hat trotz der Hitze riesigen Spass gemacht, schon nur wegen all den Menschen. Ein bisschen überrumpelt waren wir schon, aber dafür auch locker dauf, wie schon lange nicht mehr», freut sich die Truppe nach ihrem Auftritt. Und bei all der Liebe und Güte bei diesem musikalischen Wiedersehen mit dem Zürich Openair, kommen Wolfman auch sicher gerne wieder vorbei. Oder wie es Katerina bei der Konzertanfrage vor drei Jahren und noch ganz ohne Album ausdrückte: «Jaja, wir spielen live. Kein Problem!»