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Am 14. Februar ist es wieder soweit: das kapitalistische System verlangt Ausgaben für Blumen, Schokolade und sonstigen, als romantisch angesehenen Kram. Die bessere Ausgabe: den Abend im Bogen F verbringen.

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Das sind die fünf Köpfe hinter Alvvays (Foto: zvg)

 

Der Tag der Liebe lädt bald wieder zum Küssen ein. Das Lokal Bogen F in Zürich lädt am selben Tag zum Hören guter Musik ein. Ganz unter dem Zeichen Kanadas spielen zwei Bands aus Übersee und liefern so die bestmögliche Option für diesen «bedeutenden» Tag.

Die erste nennt sich Alvvays (sic). Das Quartett kommt aus Toronto. Letzten Sommer veröffentlichten sie ihr Debut (Rezension hier). Die Musik: zuckersüsser Indie ohne Berührungsängste mit der Pop-Musik. Das ganze angereichert mit einem DIY-Klang und «Super 8-Filtern». Genau, die Musik ist dezent an die 80er- und 90er-Jahre angelehnt.

Romantisch, sympathisch und süss hört sich die Musik von Alvvays an. Wie geschaffen für den Valentinstag. Jedoch ist die Band auch für Singles eine Option, denn sie wird nie schnulzig oder unangenehm balladig. Den Sound beschrieb die Band in einem Interview als «winterliche Texte, sommerliches Bimmeln».

So lässt es sich schön für den kommenden Sommer aufwärmen, den Winter geniessen und möglicherweise nicht alleine den Valentinstag an einem wundervollen Konzert verbringen. Doch es folgt noch eine weitere Musikgruppe.

Nach der «Sonnen-Musik» von Alvvays weiter zum Mond. Die zweite Band heisst Moon King. Wo Alvvays mit fast 30 000 Likes den Ultra-Underground verlassen haben, ist Moon King mit gerade einmal 3 100 Likes derber Indie-Sound. Jetzt können auch die Zuschauer ans Konzert kommen, die gerne mit unbekannten Bands um sich werfen.

Moon King stammt auch aus Toronto. Die Band besteht aus zwei Menschen, nämlich Daniel Benjamin und Maddy Wilde. Im April letzten Jahres haben auch sie ihr Debüt veröffentlicht. Das erschien bei Last Gang Records, dem selben Label bei dem unter anderem auch Crystal Castles oder Purity Ring sind.

Die Musik von Moon King ist ähnlich verträumt wie die von Alvvays, jedoch um einiges sphärischer. Wo Alvvays brav und nett wirken, hören sich Moon King wie die älteren Geschwister an, die bereits an einer Cannabis-Zigarette gezogen und den psychedelischen Rock für sich entdeckt haben.

Die Musik ergänzt sich gut. Im Rahmen des Indie-Rocks wird eine grosse Bandbreite geboten. Der Bogen F hat für den 14. Februar ein schönes, passendes Programm angeboten. So viel besser als teure Ausgaben und klischeehafte Aktionen am Valentinstag. Und dennoch kann man sich bei dieser Musik hemmungslos dem Gefühl der Liebe hingeben, der Abend wird ein klarer Gewinn.