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Der Schwarze Ball ist immer wieder ein Highlight. Nicht nur die Bands locken Publikum aus der ganzen Schweiz an, man trifft auch immer alte Bekannte. Dieses Mal wurde das X-Tra von Welle:Erdball und Anne Clark beehrt. Was diesen Abend so schwarzbunt machte, lest ihr hier.

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Anne Clark in einem gefühlvollen Auftritt (Foto: Matt Hoffmann)

Wenn man an Welle:Erdball denkt, zeichnen die Hirne derer, die die Band noch aus den 90ern kennen, Bilder von Pettycoats, Sonnenbrillen, und dem Commodore 64, der bei keiner Show fehlen darf. Daran hat sich bis heute nichts geändert. In hautengen Roboter-Suits betraten Fräulein Venus und Neuzugang Lady Lila die Bühne. Da wurde es den Herren in den vorderen Reihen das erste Mal so richtig heiss. (Lady Lila ersetzt Fräulein Plastique, welche Ende 2013 die Band verlassen hat.)

Honey und Alf hielten an ihren Anzügen mit den schwarzen Handschuhen fest. So wurde das Konzert zum neuen Album Tanzmusik Für Roboter eröffnet. Eine Hommage an die technischen Geräte, die uns im Alltag das Leben einfacher machen, wie Honey uns im Interview vor der Show verraten hat. Zwei freundliche Roboter mit Spots in den Augen, umrahmt von leuchtenden, blauen LED-Lichtschläuchen und drei Leinwände gestalteten das Bühnenbild.
Wie man sich das von den Shows der Band gewohnt ist, ging es Schlag auf Schlag. Drei Kostümwechsel vollzogen die beiden reizenden Damen in den eineinhalb Stunden. Die Klänge des C64 schallten gnadenlos ins Publikum, welches von Song zu Song mehr in Stimmung kam. Von hinten betrachtet war es ein tanzendes Knäuel vor der Bühne.

Harte Beats mischten sich mit einem leichten Hauch von Schlager, der es dann doch wieder nicht war. Die Meinungen gehen weit auseinander, was dieses Thema betrifft. Wie bei allen Shows durften die Besucher vor dem Konzert eine Wunschliste ihrer Lieblingssongs ausfüllen. Der Aufforderung wurde auch nachgekommen. Die Kiste war gut gefüllt. So wurden an die zehn Songs nach dem Gusto des Publikums gespielt. Wo sonst kann man das bitte tun, ausser bei Welle:Erdball?
So kamen ganz alte Songs und einige vom neuen Album zusammen. Ohne die Luftballons, die bei Schweben, Fliegen und Fallen ins Publikum geworfen werden, oder den Papierflugzeugen, die Honey bei Starfighter F104G in die Menge fliegen lässt, wäre wohl niemand an dem Abend nach Hause gegangen. Was wirklich erstaunlich war: Sie waren wirklich auf jeden Wunsch gefasst. Mein persönlicher Höhepunkt war, als die beide Ladies in den vorderen Reihen Wunderkerzen austeilten, die zu Das Funkeln in Deinen Augen vor sich her leuchteten. Die kleine Explosion unter der Hallendecke woraufhin tausende funkelnde Schnipsel ins Publikum fielen, liess die Augen leuchten und weckte die Kinder in uns.
Dieses Konzert war so kurzweilig, dass ich für mich dachte: „Oh, schon vorbei? Das war es nach drei Zugaben dann leider auch endgültig.“

Fast schon krass war der Wechsel zu Anne Clark. Die Bühne wirkte auf einmal so gross mit dem einsamen Mikroständer in der Mitte. Der Keyboarder wurde an die Seite verbannt, was das Bild nicht gerade aufregender wirken liess. Es zeichnete sich auch an der Menge des Publikums ab, dass die meisten für Welle:Erdball gekommen waren, denn man konnte im Gegensatz zu vorher locker zwischen den Menschen durchlaufen.
Nichtsdestotrotz muss man zugeben, Anne hat es echt noch drauf. Trotz den 30 Jahren Bühnenerfahrung drängt sich kein Gefühl der Routine auf. Auch bei diesem Konzert trafen die älteren Stücke auf einige der neueren. Den Fans hat die Show unüberhörbar gefallen.

Anschliessend wurde bis in die frühen Stunden des Osterwochenendes gefeiert. Auf den verschiedenen Floors war wie immer für jeden etwas dabei. Wir lieben den Schwarzen Ball!